Doping Wada misstraut kenianischen Läufern

Sie können schneller und länger laufen als die Athleten der meisten anderen Nationen: Kenianische Sportler sind für ihre Ausdauerfähigkeit bekannt. Doch nun gerät das NOK des Landes in den Fokus der Welt-Anti-Doping-Agentur - wegen nicht ausreichender Kontrollen.
Kenianische Läufer: Zu wenig kontrolliert?

Kenianische Läufer: Zu wenig kontrolliert?

Foto: MARK BLINCH/ REUTERS

Hamburg - Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat nach der Sprintnation Jamaika nun auch die Langstrecken-Großmacht Kenia ins Visier genommen. Nach einem Bericht der BBC will die Wada das afrikanische Land zu einem Hauptthema bei ihrer Konferenz über Doping im Sport im November in Johannesburg machen.

Demnach ist die Agentur verärgert darüber, dass das kenianische Olympische Komitee einen angeforderten Bericht über sein Anti-Doping-Programm auch nach Monaten noch nicht geliefert hat. "Wir sind sehr frustriert", sagte der für Afrika zuständige Wada-Funktionär Rodney Swigelaar.

Ähnlich wie die jamaikanischen Sportler stehen kenianische Leichtathleten im Verdacht, von ihren nationalen Verbänden kaum kontrolliert zu werden. Erst im vergangenen Jahr hatte eine ARD-Reportage für Aufsehen gesorgt, die über weit verbreitete Dopingpraktiken bei kenianischen Läufern berichtete.

Jamaika hatte die Wada wegen der laxen Kontrollen kürzlich mit einem Ausschluss des Karibik-Lands bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gedroht.

psk/dpa
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