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14. November 2013, 17:14 Uhr

Dopingbekämpfung

Jamaika bittet Armstrong-Jäger Tygart um Hilfe

Lasche Dopingkontrollen und überführte Stars haben Jamaikas Sprintern den Ruf eingebracht, systematisch zu dopen. Nun bittet die Anti-Doping-Agentur des Landes Travis Tygart um Hilfe, der schon Lance Armstrong überführt hat.

Hamburg - Jamaikas Sprint-Asse um Weltstar Usain Bolt stehen künftig unter schärferer Beobachtung. Armstrong-Jäger Travis Tygart, Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada, und seine Organisation wurden von den Kollegen aus Jamaika um Hilfe gebeten. Eine entsprechende Partnerschaft wird derzeit bei der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Johannesburg diskutiert.

"Sie brauchen Hilfe", sagte Tygart: "Wir wollen, dass der Wada-Code umgesetzt wird." Die Usada sei bereit und gewillt zu unterstützen. Zudem hat die jamaikanische Regierung angekündigt, 2014 mehr Geld für einen wirkungsvolleren Kampf gegen Doping ausgeben zu wollen.

Die Anti-Doping-Agentur Jamaikas (Jadco) musste im vergangenen Jahr für eine wenig transparente Testprozedur harsche Kritik einstecken. Vor den Olympischen Spielen in London soll es keine unangemeldeten Trainingskontrollen bei den jamaikanischen Leichtathleten gegeben haben, gab die ehemalige Jadco-Chefin Anne Shirley zu. Jamaikas Sportministerin Natalie Neita-Headley räumte in Südafrika "finanzielle Schwierigkeiten" ein, die zum Zusammenbruch des Testsystems geführt hätten.

Keine organisierten Tests im vergangenen Jahr

"Es gab eine Zeit von ungefähr fünf bis sechs Monaten in der ersten Hälfte des Jahres 2012, in der es keine wirksamen Operationen der Jadco gab", hatte Wada-Direktor David Howman unlängst gesagt: "Es mag zwar ein, zwei vereinzelte Kontrollen gegeben haben, aber keine organisierten Tests."

Die jamaikanischen Sprinter gewannen bei den Olympischen Spielen in London acht von zwölf Einzelmedaillen über 100 und 200 Meter. Das Land steht schon seit längerem unter dem Verdacht zu lückenhafter Doping-Kontrollen. Allein im Vorfeld der WM in diesem Jahr in Moskau gab es drei prominente Doping-Fälle. Die dreifache Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown, der ehemalige 100-Meter-Weltrekordler Asafa Powell und Sprinterin Sherone Simpson wurden jeweils der Einnahme verbotener Substanzen überführt.

ham/dpa

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