Dopingfall Rumsas "Vielleicht wollte das Team mich loswerden"

Radprofi Raimondas Rumsas aus Litauen, im Vorjahr Dritter der Tour de France, wittert nach seinem positiven Dopingtest eine Verschwörung und hat schwere Vorwürfe gegen sein Team Lampre erhoben.


Vilnius - "Vielleicht wollte mich das Team loswerden", sagte Rumsas der litauischen Tageszeitung "Respublika". Der Drittplatzierte der Tour de France 2002 war beim Giro positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden, hat aber selbst ein Gegengutachten in Auftrag gegeben, um seine Unschuld zu beweisen. "Wenn das Ergebnis positiv wäre, wäre ich sehr überrascht, aber der Verdacht würde dann auf den Arzt fallen. Ich selbst habe keine verbotenen Mittel genommen."

 Raimondas Rumsas: "Ich selbst habe keine verbotenen Mittel genommen
REUTERS

Raimondas Rumsas: "Ich selbst habe keine verbotenen Mittel genommen

Litauens "Sportler des Jahres 2002" glaubt an eine gezielte Kampagne seines Teams: "Während des Giro d'Italia waren alle Arzneimittel in den Händen der Teamärzte. Jeder wusste, dass ich von allen Seiten unter ständiger Beobachtung stand. Wieso hätte ich also etwas nehmen sollen, nach allem, was im letzten Jahr nach der Tour de France passiert ist?" Damals war seine Frau Edita in der Nähe des Mont-Blanc-Tunnels mit etlichen Dopingpräparaten im Wagen festgenommen worden. Die gefundenen Substanzen sollen nach Angaben von Raimondas Rumsas für die Schwiegermutter bestimmt gewesen sein.

Als besonders verdächtig empfindet der 31-Jährige die Tatsache, dass Lampre selbst die Ergebnisse der Dopingproben bekannt gab: "Ich bin überrascht darüber, dass solche Informationen öffentlich gemacht werden. Ich selbst habe alles nur über die Medien erfahren." Lampre hatte Rumsas sofort nach Bekanntwerden der neuerlichen Dopingaffäre suspendiert.

"Wir fühlen uns betrogen. Wenn die Gegenanalyse die A-Probe bestätigt, wird er nie wieder für uns fahren", sagte Teammanager Giuseppe Saronni. "Wir sind alle bitter enttäuscht. Vom Arzt bis zum Masseur, wir haben alle versucht, die letztjährige Geschichte hinter uns zu lassen", so der frühere Weltmeister.



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