Dopingskandal Rumsas will sich nicht stellen

Der unter Dopingverdacht stehende Radprofi Raimondas Rumsas wird nicht nach Frankreich reisen, um dort zu den Vorwürfen gegen sich und seine inhaftierte Ehefrau Stellung zu beziehen.


Keine Lust auf Frankreich: Raimondas Rumsas
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Keine Lust auf Frankreich: Raimondas Rumsas

Lyon – Der litauische Fahrer befürchte bei einer Einreise nach Frankreich eine mögliche Festnahme durch die Behörden, erklärte sein Anwalt Jean-Marc Varaut. "Er möchte seiner Frau helfen, selbst nicht im Gefängnis landen und seine Radsportkarriere fortsetzen", so Varaut. Die französische Staatsanwaltschaft möchte Rumsas nicht nur als Zeugen aussagen lassen, was das Risiko einer Festnahme reduziert hätte. "Mein Klient hat gesehen, dass seine Frau nur wegen der Verletzung von Zollbestimmungen festgehalten wird, obwohl der Besitz von Medikamenten nicht gegen das Gesetz verstößt", erklärte Vauraut.

Rumsas hat angeboten, sich in seiner Wahlheimat Italien zu den Anschuldigungen zu äußern. Ursprünglich wollte der Radprofi in Lyon aussagen. Die französischen Behörden stehen nun vor der Möglichkeit, auf Rumsas Vorschlag einzugehen, oder einen Haftbefehl auszustellen. "Wenn er nicht in den nächsten Tagen kommt, werden wir andere Mittel finden müssen", sagte Chef-Ankläger Vincent Le Pennerer.

Unterdessen befindet sich die Ehefrau des Gesamtdritten der diesjährigen Tour de France weiter in Haft im französischen Bonneville.

Als Grund für die andauernde Inhaftierung der dreifachen Mutter geben die französischen Behörden an, man wolle sie vor dem Druck durch mögliche Mittäter schützen.

Anwalt Varaut erklärte, er werde alle tun um Frau Rumsas in den nächsten Tagen aus dem Gefängnis zu holen: "Wenn das nicht klappt, gehen wir vor Gericht. Wir werden auf einen öffentlichen Prozess bestehen, damit die Öffentlichkeit sieht, dass es keinen Grund für eine Anklage gibt."

Frau Rumsas war am 28. Juli an der französisch-italienischen Grenze festgenommen worden, nachdem Zollbeamte im Kofferraum ihres Autos erhebliche Mengen an Dopingmitteln entdeckt hatten. Nun wird wegen des Verdachts des organisierten Handels mit Dopingpräparaten ermittelt.

Bei einer Verurteilung drohen der jungen Frau bis zu sieben Jahre Haft.



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