Dopingskandal um Erfurter Arzt Österreichischer Radprofi zeigt sich selbst an

Das nächste Geständnis: Im Dopingskandal um den Sportmediziner Mark S. hat sich ein österreichischer Radprofi selbst belastet.

Radprofi Georg Preidler
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Radprofi Georg Preidler


Der österreichische Radprofi Georg Preidler hat sich im Blutdopingskandal bei der Staatsanwaltschaft selbst angezeigt. Das bestätigte der 28-Jährige der österreichischen "Kronen Zeitung" und der "Kleinen Zeitung". "Ich hab' ein Doping-Geständnis abgelegt. Ich hab' mir Blut abnehmen lassen, es aber nie rückgeführt. Aber alleine der Gedanke und die betrügerische Absicht sind schon ein Delikt", sagte Preidler.

Preidler ist der bereits vierte österreichische Spitzensportler, der im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Netzwerk des Erfurter Sportmediziners Mark S. eine Verwicklung zugegeben hat - oder zugegeben haben soll. Bei einer Doping-Razzia waren am Mittwoch sieben Verdächtige am Rande der Nordischen Ski-WM in Seefeld festgenommen worden.

Unter den Festgenommenen waren fünf Sportler - unter anderem die österreichischen Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke. Vor Preidler soll zudem ein Tiroler Radprofi laut "Krone"-Informationen nach einer vorübergehenden Festnahme ein Geständnis abgelegt haben.

Weitere Enthüllungen in den kommenden Tagen und Wochen sind wahrscheinlich: Bei den Razzien in Erfurt sind rund 40 Blutbeutel und eine Zentrifuge sichergestellt worden. Die Ermittler versuchen nun, diese Sportlern zuzuordnen.

Selbstanzeigen werden den Betroffenen nach Einschätzung von Rechtsexperten nicht viel bringen, da die Ermittlungen bereits laufen. Einzig: "Wenn man Informationen hat, die bei der Aufklärung weiterer Straftaten helfen, kann die Kooperation mit der Staatsanwaltschaft nicht schaden", sagt etwa der Hamburger Anwalt Villena y Scheffler.

bka/dpa/sid



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