Dopingverdacht ausgeräumt Radprofi Zanette starb an einem Herzfehler

Vor kurzem verstarb der Radprofi Denis Zanette mit nur 32 Jahren. Die italienische Staatsanwaltschaft vermutete Dopingmissbrauch als Todesursache. Die Obduktion konnte die Annahme jedoch nicht bestätigen.


Denis Zanette
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Denis Zanette

Rom - Die Untersuchungen ergaben, dass Zanette höchstwahrscheinlich aufgrund eines vererbten Herzfehlers gestorben ist. Die Ergebnisse der chemischen und toxikologischen Untersuchungen werden in etwa sechs Wochen vorliegen. Der Radprofi war am Samstag bei einem Zahnarztbesuch in seiner friaulischen Heimatstadt Pordenone ohnmächtig geworden und unmittelbar nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus an Herzversagen verstorben.

"Nur die Autopsie kann Licht in diesen mysteriösen Tod eines scheinbar kerngesunden 32-jährigen Spitzensportlers bringen", hatte die Staatsanwältin Antonella Dragotto gefordert. Daraufhin war die Obduktion veranlasst worden. Am Wochenende hatte die Polizei das Haus des Radsportlers sowie die Wohnung seiner Eltern durchsucht. "Wir wollen nicht, dass die Erinnerung an Denis beschmutzt wird", protestierte sein Bruder Claudio Zanette.

Zanette war in seiner Karriere nie positiv getestet worden. Allerdings geriet er zusammen mit vier Teamkollegen des Liquigas-Teams nach dem Giro d'Italia 2001 unter Dopingverdacht. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass Zanette keine unerlaubten Mittel konsumiert hatte. Er wurde jedoch mit legalen Koffeinpräparaten in Verbindung gebracht, die auf Dauer das Herz schädigen.

"Es ist ein Skandal, wie die Medien Zanettes Tod behandeln", sagte der Radprofi Davide Rebellin, der mit dem Verstorbenen befreundet war, "auch sein Vater und sein Großvater sind jung gestorben. Waren sie auch gedopt?" Der Mannschaftsarzt Roberto Corsetti hatte allerdings stets ausgeschlossen, dass Zanette Herzprobleme haben könnte. Eine Fehldiagnose, wie sich jetzt herausstellte.



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