Dopingverdacht CSC suspendiert Schleck

Der nächste bitte: Radprofi Frank Schleck hat gestanden, Geld an den umstrittenen Arzt Eufemiano Fuentes überwiesen zu haben. Als Reaktion suspendierte das CSC-Team den Luxemburger mit sofortiger Wirkung. Schleck leugnet Doping, die Zahlung sei für "Trainings-Ratschläge" erfolgt.


Hamburg - Im März 2006 habe er knapp 7000 Euro an den mutmaßlichen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes überwiesen, so Frank Schleck. Als Konsequenz dieses Geständnisses suspendierte der dänische CSC-Saxo-Bank-Rennstall von Teamchef Bjarne Riis den 28-Jährigen umgehend.

Radprofi Schleck: Geld gezahlt für "Trainings-Ratschläge von Experten"
AP

Radprofi Schleck: Geld gezahlt für "Trainings-Ratschläge von Experten"

"Sein Verhalten war gegenüber ihm selbst und dem Team unverantwortlich", sagte Riis, der im vergangenen Jahr zugegeben hatte, bei seinem Tour-de-France-Sieg 1996 Epo genommen zu haben. "Wir waren sehr enttäuscht zu hören, dass Frank Kontakt zu Leuten hatte, die dem Sport großen Schaden zugefügt haben und rücksichtslos die wichtigsten Prinzipien verraten, die wir alle im Kampf gegen Doping befolgen sollten", so Riis. Schleck habe aber beteuert, niemals verbotene Substanzen oder Methoden benutzt zu haben. Er habe den Spanier Fuentes auch nicht persönlich getroffen.

Schleck erklärte, das Geld sei für "Trainings-Ratschläge von Experten, die vermutlich mit den größten Namen des Sports zusammenarbeiteten" geflossen.

Der Luxemburger wolle außerdem eine DNA-Probe abgeben, so das CSC-Team, um zu beweisen, dass er weder in Madrid noch irgendwo anders Blut gelagert habe, um illegale leistungsfördernde Methoden anzuwenden.

Bereits am Mittwoch war Schleck von der Luxemburger Anti-Doping-Agentur ALAD zu dieser Angelegenheit befragt worden. Dabei hatte er seine Unschuld beteuert. Er bleibe dabei, so der Radprofi, dass er ein "reines Gewissen" habe, zitierte ihn die Luxemburger Tageszeitung "Tageblatt". Sein Anwalt Albert Rodesch betonte, "dass Frank Schleck nie gedopt hat, nie eine unerlaubte Methode angewandt hat oder versucht hat, anzuwenden".

In der Vorwoche hatte die "Süddeutsche Zeitung" von Banküberweisungen Schlecks an Fuentes berichtet. Bei der diesjährigen Tour de France trug Schleck drei Tage das Gelbe Trikot.

fsc/dpa/AP/Reuters



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Umberto, 30.05.2008
1.
Zitat von sysopBeim Giro d'Italia jubeln die Massen den Radsportlern zu und differenzieren dabei nicht zwischen ehemaligem Doingsünder und unbelastetem Fahrer. Was zählt, ist Spektakel. Ist dieses Bild ein nationales Phänomen oder erwartet uns auch in Frankreich bei der Tour eine Rad-Show?
Warum sollten die Massen denn nicht jubeln. Doping ist so alt wie dieser Sport. Die Meisten wissen das, nehmen es ohne Skrupel in Kauf wenn sie gut unterhalten werden und die richtigen Leute gewinnen. Und gerade beim Giro tummeln sich in aller Regel die Richtigen an der Spitze des Gesamtklassements. Und ich erwarte diese Show auch bei der Tour de France. Die Zuschauer beim Rennen Paris - Roubaix vor ein paar Wochen, und deren Reaktionen, lassen jedenfalls nichts anderes erwarten.
Pinarello, 30.05.2008
2.
Zitat von sysopBeim Giro d'Italia jubeln die Massen den Radsportlern zu und differenzieren dabei nicht zwischen ehemaligem Doingsünder und unbelastetem Fahrer. Was zählt, ist Spektakel. Ist dieses Bild ein nationales Phänomen oder erwartet uns auch in Frankreich bei der Tour eine Rad-Show?
Oh Mann oh Mann, der X-te Themenaufhänger zum Thema Doping und natürlich Radsport, offenbar kann der SPON einfach nicht akzeptieren, daß Sport und Doping untrennbar verbunden sind, also der gesamte Sport, beim Radsport ist es nur am auffälligsten zu Tage getreten, auch weil in Spanien zufällig im Zuge von Steuerermittlungen ein gewisser Dr. Fuentes überwacht und durchsucht wurde. Allerdings unterschlägt auch der SPON in geradezu penetranter Weisen, daß von den bei Dr. Fuentes gefundenen ca. 200 Sportlerakten lediglich 58 dem Profiradsport zugerechnet wurden. Man kann auch Thema anhand der Informationen in eine bestimmte, weil gewünschte Ecke drängen, ist beim Doping so geschehen, alles schimpft auf den Radsport, der Rest hat von Doping natürlich nie etwas gehört, geschweige denn genommen. Ach SPON, früher mal ein Wachturm der Wahrheit und Demokratie, inzwischen genauso käuflich wie alles andere in dieser Gesellschaft.
bottecchia, 30.05.2008
3.
Gähn, meine Güte was für ein Artikel. Natürlich mal wieder der böse Radsport (wenn in Spiegel mal was über Radsport drinsteht, dann nur in Zusammenhang mit Doping, da man sich dann wieder ganz aufklärerisch geben kann), die blöden ausländischen Fans, die nicht so moralisch integer sind wie der Schreiber und dann noch die Mumpitzbehauptung Doping sei durch die Steilheit der Berge begünstigt. Die Schwere eines Rennens machen die Fahrer. Man kann auch 80 km im Flachen so fahren, dass man danach aus den Schuhen fällt. Oh jeh...
moi1 30.05.2008
4.
1. Der Radsport ist genauso glaubwürdig wie alle anderern Leistungsrelevanten, gewinnmaximierten Bereiche der "modernen" Gesellschaft auch. Wo liegt der Unterschied Chemie in mich reinzuschütten, meine Mitarbeiter zu bespitzeln oder die Bestechungskasse zu öffnen um Erfolgreicher als der Mitbewerber zu sein. 2. Für die Journalie der perfekte Blaumilchkanal. Von nix ne Ahnung, aber die Strasse immer wieder neu aufreißen und zuschütten. 3. Schließe mich meinen Vorpostern an: Natürlich Radsport, unsere Fußball- und Eishockeyjungs sind ja alle sooooo sauber.
Tomislav, 30.05.2008
5.
Zitat von sysopBeim Giro d'Italia jubeln die Massen den Radsportlern zu und differenzieren dabei nicht zwischen ehemaligem Doingsünder und unbelastetem Fahrer. Was zählt, ist Spektakel. Ist dieses Bild ein nationales Phänomen oder erwartet uns auch in Frankreich bei der Tour eine Rad-Show?
Wieso sollten sie auch differenzieren? Nur weil der eine bereits erwischt wurde und der andere noch nicht?
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