Dopingvorwürfe Armstrong will gegen "L'Equipe" vorgehen

Nach den Dopingvorwürfen war Lance Armstrong bisher in der Defensive. Doch Beteuerungen, er habe seine Leistungen nicht mit Epo gesteigert, lässt der Amerikaner nun handfeste Drohungen folgen und kündigt rechtliche Schritte gegen die französische Zeitung "L'Equipe" an.


Kämpferischer Armstrong: "Kein Epo in meinem Körper"
DPA

Kämpferischer Armstrong: "Kein Epo in meinem Körper"

Washington - Auf einer Pressekonferenz bestritt Armstrong zunächst erneut jegliche Einnahme verbotener Mittel - und kündigte im Anschluss an, gegen die "L'Equipe" und möglicherweise auch das Pariser Labor vorgehen zu wollen. Der 33-Jährige sprach den positiven Epo-Befunden, die von der französischen Sportzeitung vor zwei Tagen veröffentlicht wurden, jede rechtliche wie auch medizinische Gültigkeit ab. "Es gab sieben Jahre lang A-Proben und B-Proben. Und alle waren sie negativ. Ich garantiere, dass auch im Jahre 1999 kein Epo in meinem Körper war - bei Abgabe der Proben", erklärte er. Niemand wisse, wie sie in der Zwischenzeit behandelt worden wären.

Schwere Kritik erntete auch das Pariser Labor Chatenay-Malabry, das die Proben im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit anonym untersucht hatte. Das Labor hätte die vorgeschriebene Geheimhaltung der B-Proben nicht gewährleistet und damit gegen die Richtlinien der Welt-Antidoping-Agentur Wada verstoßen, sagte Armstrong, der sich von der Vorwürfen jedoch nicht überrascht zeigte, "schließlich besteht zwischen mir und den Franzosen eine lange, innige Hassliebe".

Unerwartet sei für ihn nur der Zeitpunkt der neuen Attacken gekommen: "Ich glaube, L'Equipe hat die Sache lange geplant. Wahrscheinlich wären sie damit lieber zu Beginn oder während der letzten Tour auf den Markt gekommen, aber aus irgendeinem Grund wurde die Sache verzögert." Armstrong unterstellte dem Fachblatt ausschließlich geschäftliche Interessen. "Am Ende dreht es sich nur darum, mehr Zeitungen zu verkaufen. Das ist ihnen gelungen. Leider stecke ich mitten drin und kann mich kaum wehren", so Armstrong.



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