DOSB-Aktionsplan Die zehn Punkte im Überblick

Die zehn Punkte des Aktionsplans:

1. KONTROLLDICHTE ERHÖHEN: Quantitative und qualitative Verbesserung des Doping-Kontrollsystems der Nationalen Antidoping-Agentur (Nada). Der Sport verdoppelt seine Unterstützung auf 520.000 Euro jährlich, der Bund gibt 2,2 Millionen Euro in die mit einem Stiftungskapital von bisher 5,6 Millionen Euro dramatisch unterfinanzierte NADA. Einwerbung zusätzlicher Mittel bei der Wirtschaft.

2. BESSER VORBEUGEN: Prävention durch mehr Aufklärung und Information als eine Hauptaufgabe der Nada. Aufforderung an die Landessportbünde, verpflichtende Angebote ihrer Bildungswerke zur Fortbildung von Übungsleitern und Trainern zu schaffen. Einsatz der drei Anti- Dopingvertrauensleute in Eliteschulen und Olympiastützpunkten, die Bitte an DDR-Dopingopfer um Mitwirkung am Aufklärungsprogramm.

3. MINDESTSTANDARDS VERBINDLICH MACHEN: Aufforderung an Verbände, dem Beispiel einiger vorbildlicher Organisationen zu folgen. Durch Abschluss von Athletenvereinbarungen mit empfindlichen Vertragsstrafen bei Doping-Vergehen, Einführung von Athletenpässen und der Dokumentation medizinischer Daten. Appell an Sponsoren, in Athleten-Verträge wirksame Vertragsstrafen bei Dopingvergehen aufzunehmen.

4. WADA-CODE VERSCHÄRFEN: Unterstützung der internationalen Bemühungen (IOC, Sommersportverbände), die Höchststrafe bei schwerwiegenden Erstvergehen auf vier Jahre zu erhöhen. Bisher sieht die Regel der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) lediglich eine Sperre von zwei Jahren vor.

5. EINFÜHRUNG FINANZIELLER SANKTIONEN: Ebenfalls Unterstützung der internationalen Bemühungen, finanzielle Sanktionen in den Strafenkatalog der Wada einzuführen.

6. STÄRKUNG DER STAATLICHEN ORGANE IM DOPINGKAMPF: Forderung nach Ausweitung des staatlichen Instrumentariums durch Einrichtung von Anti-Doping-Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften, Strafverschärfung bei banden- und gewerbsmäßigem Inverkehrbringen von Dopingsubstanzen mit Gefängnisstrafen zwischen einem Jahr und zehn Jahren (bisher drei), dabei auch strafrechtliche Bedrohung von Athleten, die mit Dopingmitteln handeln oder sie anderweitig in den Verkehr bringen. Kennzeichnungspflicht von relevanten Arzneimitteln durch eine Doping- Warnhinweis-Verordnung.

7. DOPINGTÄTER SCHNELL, HART UND INTERNATIONAL BESTRAFEN: Bewahrung der uneingeschränkten Verantwortlichkeit des Sportlers ("Strict liability") und damit die Beibehaltung der Sanktionierung einer positiven Dopingprobe ausschließlich durch die Sportgerichtsbarkeit als "unverzichtbarem Eckpfeiler" des Kampfes gegen den Sportbetrug. Damit Ablehnung einer gesetzlichen Besitzstrafbarkeit nach "Abwägung aller rechtlichen und tatsächlichen Gesichtspunkte" und der Hinweis auf das bereits bestehende Arzneimittelgesetz, wonach auch für Sportler die Weitergabe oder der Handel mit Dopingmitteln unter Strafe steht.

8. BESSERE WECHSELSEITIGE INFORMATION VON SPORT UND STRAFVERFOLGUNG: Forderung einer besseren Koordinierung zwischen den in Sport und Staat mit dem Kampf gegen Doping befassten Stellen. Der DOSB wird seine Mitgliederverbände verpflichten, Verdachtsmomente auf Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen unverzüglich der Staatsanwaltschaft zu übermitteln und erwartet das auch von den Staatsanwaltschaften.

9. ÖFFENTLICHE FÖRDERUNG NUR BEI AKTIVEM DOPINGKAMPF: In Übereinstimmung mit dem Bundesinnenministerium nur noch eine öffentliche Förderung bei Einhaltung der Standards im Kampf gegen Doping. Dazu muss jede Organisation eine Verpflichtungserklärung gegenüber dem Bund abgeben.

10. MASSNAHMEN ENTSCHLOSSEN UMSETZEN: Der DOSB bekräftigt seinen Willen, die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen "mit ganzer Kraft entschlossen voranzutreiben". Der Dachverband wird den Aktionsplan dem Innenministerium mit dem Ziel eines Schulterschlusses von Sport und Staat im Kampf gegen Doping unterbreiten.

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