Olympische Spiele DOSB hält an hohen Medaillen-Zielen fest

Bei Olympia in London gab es Diskussionen um die Medaillen-Ziele für die deutschen Teilnehmer. Dennoch hält der DOSB am System der Vorgaben fest. Die Ziele für die kommenden Spiele in Sotschi und Rio sind wieder hoch.

DOSB-Generaldirektor Vesper (Archivbild): Umstrittene Zielvereinbarungen
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DOSB-Generaldirektor Vesper (Archivbild): Umstrittene Zielvereinbarungen


Hamburg - Mit konstant hohen Zielen geht der deutsche Sport die Winterspiele in Sotschi im kommenden Jahr und die Sommerspiele in Rio de Janeiro 2016 an. "Auch wenn die internationale Konkurrenz stark ist, wollen wir unsere Ergebnisse mindestens halten und möglichst verbessern", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper in Frankfurt.

In Zahlen bedeutet das: Zwischen 27 und 42 Medaillen peilt der DOSB bei den Spielen in Sotschi an. Bei den Winterspielen in Vancouver vor drei Jahren hatte das deutsche Team mit 30 Medaillen in der Nationenwertung den zweiten Platz hinter Kanada belegt.

Bei den Sommerspielen in Rio wollen die Deutschen 40 bis 70 Medaillen gewinnen. Vor den Spielen in London im vergangenen Jahr hatte der DOSB 86 Medaillen angepeilt - diese Erwartungen erwiesen sich als utopisch. Zwar schnitten die Athleten mit 44 Medaillen besser ab als vier Jahre zuvor in Peking (41) - wegen der erstmals öffentlich gemachten Vereinbarungen fiel die Resonanz auf die London-Bilanz dennoch verhalten aus.

An den umstrittenen Zielvereinbarungen an sich hält der DOSB trotz aller Kritik fest. Dafür verzichtet der Verband darauf, eine genaue Zahl angepeilter Medaillen zu nennen, sondern sogenannte Medaillen-Korridore festzulegen.

buc/dpa



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kritilligenz 24.06.2013
1. Medaillen
Der Steuerzahler investiert viel Geld in den DOSB und seine Sportler - daher darf er auch viele Medaillen einfordern! Dennoch gilt: auch andere Nationen investieren in ihre Sportler.
volker_morales 24.06.2013
2. Testfrage
Was haben die Rente mit 67 und die Medaillen-Ziele des DOSB gemeinsam? Beide dienen dem Zweck der Mittelkürzung bei Nichterreichen der gesteckten Ziele. Also liebe Sportler: Einfach mal 'ne Pille einwerfen und nicht erwischen lassen. Sonst gibt's keine Kohle.
klugscheisser64 25.06.2013
3. Wer nur Peanuts einsetzt, darf keine Kokosnüsse erwarten!
Der DOSB und das Innenministerium in vorderster Front reduzieren schleichend die Mittel, die in den Hochleistungssport investiert werden. Verständlich, gibt es da doch eine berechtigte Sinnfrage den Steuerzahlern gegenüber zu beantworten, vor allem in Zeiten leerer Kassen und der Euro-Kriese. Wer aber nicht adäquat nach internationalem Maßstab investiert, darf sich auch nicht wundern, wenn es anschließen nichts zu ernten bzw. zu holen gibt. Der Abwärtstrend bei Olympia ist hier ganz eindeutig. Die Politik scheut allerdings wie immer klare Ansagen, da das Prinzip von "Brot und Spielen" auch heute noch zur Systematik der Wählergewinnung wie schon im alten Rom gehört. Was gäbe es für ein lautes öffentliches Geschrei, wenn man die unbequeme Wahrheit laut aussprechen würde. Die unbequeme Wahrheit ist: Unsere Gesellschaft baucht keine Ersatzkriege in den Arenen dieser Welt mehr! Es fehlt schlicht am Klassenfeind, der solche Ausgaben rechtfertigen würde. Dem Wahlvolk aber "seine Spiele" wegzunehmen, traut sich auch keiner. Feiglinge! Also steigt der Staat schleichend klammheimlich aus dem defizitären Geschäft mit dem teuren Amateursport aus. Wir sind keine Weltklasse mehr, da wir keine Weltklasse bezahlen wollen (und können)! Ich bin gespannt, wie ernten ohne zu sähen gehen soll ...
jws1970 25.06.2013
4. sechs Gründe für den Abwärtstrend
den 1. hat "klugsch.." schon erläutert mit seinem(?) Peanut-Kokosnuss-Vergleich. Die Ursachen für den Niedergang des dt. olymp. (Sommer!)sports sind komplexer und nicht in einem Satz beschreibbar. Ich möchte dennoch 5 weitere Gründe zusammenfassen: (a) Globalisierung = härtere Konkurrenz (allen voran natürlich CHN und GB, die uns auch dank Heimvorteil überholt haben); (b) Geburtenrückgang = immer weniger Talente; (c) Abwicklung Ost: viele DDR-Trainer wg. Doping- und/oder Stasi-Tärigkeit entlassen und ausgewandert; (d) Reformstau West: ich nenne jetzt bloß als Beispiel die mangelhafte, im Ausland teils besser gelöste Vereinbarkeit von Sport mit Schule, Studium und Beruf. Viele reduzieren ihr Training oder hören ganz auf, weil sie beides nicht mehr unter einen Hut kriegen. Dazu Kompetenzwirrwarr wg. zuviel föderalistischer Strukturen statt Konzentration von Kaderkräften in 1-2 Bundesleistungszentren pro Sportart (man kann sie ja auf alle 16 Länder verteilen), wie etwa im Wintersport wg. Klima/Topografie öfter nötig und erfolgreich; last but not least (e) Monokultur Fußball = Vernachlässigung fast aller anderen Sportarten durch Medien, Sponsoren und Zuschauer, verstärkt noch durch die Heim-WM 2006 (8 der letzten 10 FIFA WM-Gastgeber haben an den OS 2 Jahre davor schlechter abgeschnitten als 4 / 6 Jahre eher): weil zusätzliche Millionen v.a. in neue Stadien und Spielergehälter geflossen sind, während die Zuwendungen für den Rest gekürzt wurden. Die DOSB-Ziele finde ich richtig, wenn auch etwas vage gefasst. Im Sommer würde ich den Korridor auf 50-60 einengen und im Winter auf 35 (= dt. Rekord von 2002; Weltrekord 37 für USA 2010) deckeln. Grundsätzlich erwarte ich schon von einer deutschen Olympiamannschaft im Sommer Rang 4 oder 5 hinter USA, CHN, RUS und evtl. Gastgeber (falls GB, FRA, ITA, JPN oder AUS, die sonst regelmäßig unter die Top 10 kommen) und im Winter unter die besten 3, weil seit 1968 (und damit zu meinen Lebzeiten immer) erreicht!
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