Drittes NBA-Finale Dallas patzt trotz Nowitzki-Gala 

34 Punkte des deutschen Top-Stars reichten nicht: Dirk Nowitzki hat mit den Dallas Mavericks eine bittere Heimpleite gegen Miami kassiert. Besonders im Schlussviertel des dritten Finalspiels brillierte der 2,13-Meter-Mann - in der letzten Sekunde wurde er jedoch zum tragischen Helden.

REUTERS

Hamburg - Dirk Nowitzkis Traum vom ersten NBA-Titel seiner Karriere ist wieder ein wenig in die Ferne gerückt. Mit seinen Dallas Mavericks konnte der deutsche Superstar den Heimvorteil im dritten Final-Spiel der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA nicht nutzen. Die Mavs verloren gegen die Miami Heat 86:88 und liegen in der Best-of-seven-Serie 1:2 zurück. Nowitzki wurde trotz 34 Punkten und elf Rebounds zur tragischen Figur.

"Das war eine schwere Niederlage, das ist jedem klar. Ich glaube, es wird schwer, ein bisschen zu schlafen", sagte der 32-Jährige. Er erzielte die letzten zwölf Zähler für Dallas, kam im vierten Viertel insgesamt auf 15 Punkte - vergab aber in der Schlusssekunde mit einem Fehlwurf den möglichen Ausgleich. Damit steht sein Team in den beiden anstehenden Heimspielen unter großem Druck.

Verliert Dallas auch diese beiden Duelle, wäre Miami zum zweiten Mal nach 2006 NBA-Meister. Auch vor fünf Jahren setzte sich das Team aus Florida gegen Nowitzki und Co. durch. Die Statistik spricht gegen die Mavericks: Das Team, das nach einem 1:1 das dritte Spiel verloren hat, konnte seit 1985 nicht mehr die Meisterschaft gewinnen.

Dallas hatte vor 20.340 Zuschauern im ausverkauften American Airlines Center nach einem guten Start große Probleme mit der harten Verteidigung der Gäste um All-Star-Forward LeBron James. Allen voran Nowitzki, der wegen seines Sehnenrisses wieder mit einem geschienten linken Mittelfinger spielen musste, kam kaum frei zum Wurf.

Wade stark, Nowitzki bedient

Einen guten Start erwischte dagegen Miamis Superstar Dwyane Wade. "Wir haben uns gesagt, wir können nach der knappen Niederlage nicht auch die dritte Partie verlieren", sagte der 29-Jährige, dessen Team bereits die erste Partie gewonnen hatte. Der MVP der Finalserie 2006 erzielte in Halbzeit eins 19 seiner insgesamt 29 Zähler und sorgte für eine zwischenzeitliche 14-Punkte-Führung. "Wir können uns nicht immer diese Rückstände erlauben. Die Aufholjagd kostet einfach zu viel Energie", sagte Nowitzki nach der Partie.

Bis zur Halbzeit verkürzte Dallas auf 42:47. Im dritten Viertel lief es dann auch bei Nowitzki besser, der 32-Jährige hielt die Mavs in diesem Abschnitt mit neun Punkten im Spiel. Auch in der Defensive zeigte Nowitzki eine starke Leistung, kam auf drei Blocks.

Im Schlussviertel lief die Heimmannschaft immer wieder einem Rückstand hinterher. Außer dem starken Deutschen hatte Dallas wenig entgegenzusetzen, der gesamte Rest des Mavericks-Kaders kam gerade einmal auf sieben Zähler in den letzten zwölf Minuten. "Wir brauchen jemanden neben Dirk, der in die Bresche springt", sagte Dallas' Point Guard Jason Kidd, der zwar auf neun Punkte und zehn Assists kam, sich aber auch vier Ballverluste leistete.

Das vierte Finalspiel findet am Mittwoch (3 Uhr MESZ) wieder in Dallas statt. "Da müssen wir Vollgas geben, denn eines ist klar: Das Spiel dürfen wir nicht verlieren", so Nowitzki.

Dallas Mavericks - Miami Heat 86:88 (22:29, 20:18, 22:20, 22:21)
Dallas:
Nowitzki 34 Punkte, Terry 15, Marion 10, Kidd 9, Barea 6, Chandler 5, Stevenson 3, Mahinmi 2, Stojakovic 2
Miami: Wade 29 Punkte, Bosh 18, James 17, Chalmers 12, Haslem 6, Bibby 3, Anthony 2, Howard 1
Zuschauer: 20.340

jok/max/dpa/AP



insgesamt 9 Beiträge
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miraculics 06.06.2011
1. Team zu unausgeglichen?
Miami funktioniert als Team einfach besser, und das ist wohl entscheidend bei einer Mannschaftssportart. Um die Meisterschaft zu gewinnen braucht es halt zumindest zwei Checker im Team, sonst wird der Eine gnadenlos klein gehalten und es kann keiner die sich ergebenden Lücken nutzen.
kugelsicher99, 06.06.2011
2. .
Wie ich schon sagte, ich sehe eher schwarz für Dallas. Unterm Strich wird sich Superstar Nowitzki mit dieser "Normalo-Truppe" um sich herum, nicht gegen das Spitzen-Triumvirat aus Miami durchsetzen. Zudem kommt für mich noch das hohe Alter. Jugend ist in der Regel nun mal hungriger und auch belastbarer. Und nach so einer Saison, und den ganzen best of seven, ist körperliche Frische ein Faktor. Weil diese nämlich auch direkt mit der Frische im Kopf einher geht.
kanone3 06.06.2011
3. .
Was etwas Hoffnung macht: Der verletzte Spieler Haywood könnte in Spiel 4 wieder dabei sein. Das hat man gestern schon gemerkt, dass da offensiv einfach etwas fehlt.
baron79 06.06.2011
4. Schade!
Miami hat aus der bitteren Niederlage in Spiel 2 gelernt, wo sie im letzten Viertel schlecht verteidigten, und hat diesmal durchgängig eine sehr gute Defensivleistung gezeigt. Nowitzkis Mitspieler haben offenbar die falsche Lehre aus dem Last-Minute Sieg gezogen: Sich auf Nowitzki verlassen zu können ist prinzipiell richtig, aber auch andere müssen in entscheidenden Situationen Verantwortung übernehmen. So gut wie Marion und Terry im letzten Spiel drauf waren, so sehr haben sie diesmal versagt. Die Stats aus Q4 sagen alles. Dirk: 15 Punkte, Dallas Rest: 7 Punkte.
SalvadorDali, 06.06.2011
5. .
Zitat von kugelsicher99Wie ich schon sagte, ich sehe eher schwarz für Dallas. Unterm Strich wird sich Superstar Nowitzki mit dieser "Normalo-Truppe" um sich herum, nicht gegen das Spitzen-Triumvirat aus Miami durchsetzen. Zudem kommt für mich noch das hohe Alter. Jugend ist in der Regel nun mal hungriger und auch belastbarer. Und nach so einer Saison, und den ganzen best of seven, ist körperliche Frische ein Faktor. Weil diese nämlich auch direkt mit der Frische im Kopf einher geht.
Jugend ist vielleicht belastbarer, aber nicht unbedingt hungriger. Das hoechstens, wenn man sie mit Erfahrenen Leuten vergleicht, die schon alles oder zumindest vieles erreicht haben. In diesem Falle haben wir da aber einen Dirk Nowitzki und einen Jason Kidd, die am Ende ihrer Karriere stehen, und denen beiden noch ein NBA-Titel fehlt, nach so vielen Jahren auf Top-Niveau. Wenn die nicht hungrig sind, wer dann? LeBron James hat noch mindestens 10 Jahre vor sich, in denen er Titel gewinnen kann. Dwyane Wade hat sogar schon einen. Fuers Alter spricht auch die Erfahrung, die es ermoeglicht genau dann voll da zu sein, wenn es zaehlt (allerdings kann das Wade auch schon). Ich schreibe die Mavericks noch nicht ab. Wenn die naechsten beiden Heimspiele gewonnen werden, ist alles drin. Und das ist moeglich. In keinem der bisherigen 3 Spiele waren die Heat haushoch ueberlegen. Und in keinem haben die Mavericks 100% abrufen koennen. (die Heat allerdings auch nicht)
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