Drohendes Olympia-Aus IOC wählt Ringen auf die Shortlist

Die Ringer dürfen weiterhin hoffen: Das IOC hat beschlossen, die Traditionssportart zumindest auf die Shortliste für die Olympischen Sommerspiele 2020 zu nehmen. Eine endgültige Entscheidung über Olympia-Verbleib oder das -Aus fällt aber erst im September.
Olympisches Ringen: Noch eine Chance

Olympisches Ringen: Noch eine Chance

Foto: Justin Lane/ dpa

Hamburg - Das olympische Ringen erhält noch eine letzte Chance im Überlebenskampf: 106 Tage nach dem vorläufigen Aus durch das Internationale Olympische Komitee hat die IOC-Exekutive die Traditionssportart bei ihrem Kongress in St. Petersburg wieder auf die Liste der möglichen Sportarten für die Olympischen Sommerspiele 2020 gesetzt.

Ringen überstand damit neben Baseball/Softball und Squash die letzte Ausscheidungsrunde vor der endgültigen Abstimmung am 8. September in Buenos Aires. Klettern, Karate, Rollschuhsport, Wakeboarden und die chinesische Kampfkunst Wushu schieden hingegen aus.

"Das ist eine gute Mischung zwischen Kampfsport, Mannschaftssport und Teamsport. Die Session hat eine breite Auswahl. Ringen hat seine Reformen sehr überzeugend vorgestellt", sagte IOC-Vize Thomas Bach. Jeder Verband hatte 20 Minuten Zeit, sich vor der 15-köpfigen IOC-Exekutive zu präsentieren.

"Der Verband hat die Gründe für die Streich-Empfehlung verstanden und gut reagiert. Das garantiert ihnen keinen Platz im Programm, aber sie haben ihre Probleme verdeutlicht", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge in St. Petersburg. Rogge hatte Ringen durch eine neue Sportart ersetzen wollen und eine umfangreiche Studie in Auftrag gegeben, die die geringe Popularität des Sports hervorheben sollte.

Daraufhin war massiver internationaler Protest lautgeworden, sogar Politiker setzten sich für den Olympia-Verbleib des Ringens ein. Mit einem Reformpaket, Neuwahlen und einer weltweiten PR-Kampagne runderneuerte sich der Weltverband Fila innerhalb kurzer Zeit.

Der erhoffte Effekt ist offenbar eingetreten. Nenad Lalovic, neuer Fila-Präsident, jubelte nach der IOC-Entscheidung: "Ich bin glücklich, aber damit ist unsere Mission noch nicht beendet", sagte Lalovic. "Wir werden so lange weiterkämpfen, bis wir auch in Buenos Aires siegen."

psk/rtr/sid
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