Dumm gelaufen Kaffeeklatsch und Supermodels

20 Liter Kaffee auf ex, ein Weltrekord, der keiner war, und eine wilde Seeschlacht vor Athen. Auch in der vergangenen Woche lief es auf den Sportstätten in aller Welt nicht immer optimal. SPIEGEL ONLINE zeigt in einer Fotostrecke Athleten und Sportlerinnen, denen es übel erging und die dennoch nicht verzagten.












Beckhamania in Asien: Gerade hatte es sich Real Madrids neuer Blickfang David Beckham nach einer Trainingseinheit auf dem Rasen des "Hong Kong Stadiums" bequem gemacht, da ging die Treibjagd schon los. Immer wieder stürmten Autogrammjäger auf Reals jüngstes Supermodel zu und brachten damit die Sicherheitskräfte mächtig ins Schwitzen. Auch dieser junge Fußballfreund entwischte seinem Widersacher dank einiger flink geschlagenen Haken immer wieder und drang bewaffnet mit einem Kugelschreiber beinahe bis zu Beckham vor. Der Bestürmte blieb wie oft in derlei Situationen gelassen kühl und hielt seine Pose, als würde er für den deutschen Maler Johann Heinrich Tischbein Modell liegen. Der hatte einst Johann Wolfgang von Goethe in ähnlicher Pose während dessen Italienreise in einem weltberühmten Gemälde festgehalten. Ihr tickt wohl nicht richtig! Als der Brite Dwain Chambers beim Leichtathletik-Meeting in London letzten Freitag im 100-Meter-Lauf über die Ziellinie rauschte, traute er zunächst seinen Augen nicht. Sensationelle 9,53 Sekunden wurden angezeigt, ein absoluter Fabelweltrekord, denn so schnell war bislang noch niemand auf der Welt gesprintet. Doch ehe der Europameister zur Ehrenrunde ansetzen konnte, wurde Chambers von den Offiziellen zurückgepfiffen. Grund: Die elektronische Zeitmessung hatte nicht ordnungsgemäß funktioniert. Die tolle Zeit wurde später annulliert und Chambers bekam handgestoppte 10,0 Sekunden zugewiesen. Wie übrigens auch die ersten Fünf dieses Laufes. Immerhin funktionierte die Zielfotoanlage und Chambers durfte sich anschließend als offizieller Sieger feiern lassen. Pech beim Debüt: Gleich im ersten Pflichtspiel für seinen neuen Club Arsenal London findet sich der Ex-Dortmunder Jens Lehmann am Boden wieder. Beim offiziellen Eröffnungsspiel der englischen Fußballsaison nämlich, dem so genannten "Community Shield", unterlag Pokalsieger Arsenal in Cardiff dem Meister Manchester United mit 3:4 nach Elfmeterschießen. Nach 90 Minuten hatte es noch 1:1 zwischen den beiden englischen Fußball-Giganten gestanden. In der Lotterie vom Penalty-Punkt hatte Lehmann dann weniger Glück als sein Gegenüber im ManU-Kasten, der amerikanische Neuzugang Tim Howard. Während Lehmann nur einen Strafstoß von Ruud van Nistelrooy parieren konnte, wehrte Howard Elfmeter von Giovanni van Bronckhorst und Robert Pires ab. Immerhin gab es für Lehmann ein Lob von Arsenal-Coach Arsene Wenger. "Er hatte ein überzeugendes Spiel geliefert und war nicht ängstlich, aus seinem Tor zu kommen", so der Franzose über seinen neuen Keeper.
Schwerer Brocken: Das mit den Siegerehrungen muss Andy Roddick wohl noch üben. Locker fegte der 20-Jährige im Finale des Tennis-Turniers in Montreal den Argentinier David Nalbandian mit 6:1 und 6:3 vom Platz. Schwer wurde es für den Amerikaner erst bei den Feierlichkeiten im Anschluss an das Match. Offenbar überrascht von dem Gewicht des Pokals für seinen ersten Masters-Erfolg, verlor der Amerikaner bei der Übergabe fast die Kontrolle über die Trophäe. Seeschlacht vor Athen: Dass Ruderer auch gute Schwimmer sein müssen, zeigte sich vergangene Woche bei der Junioren-WM in Athen. Bei Wellengang und starkem Nordwind, der in der Region unter dem Namen "Meltemia" bekannt ist, liefen insgesamt vier Boote voll und sanken. Letzteres konnte diese junge Dame mit ihrem beherzten Einsatz verhindern. Das Mitglied des U.S.-Teams klappte kurzerhand die Ruder ein und rettete das Boot eigenhändig vor dem Untergang. Aufgedreht bis zum Anschlag: Einst brachten die Niederländer den Kaffeebaum nach Surinam und begannen in der Kolonie mit dem konzentrierten Anbau dieser Pflanze mit dem belebenden Wirkstoff Koffein. In der vergangenen Woche siegte bei den Panamerikanischen Spielen in Santo Domingo über die 800-Meter-Distanz Letitia Vriesde aus Surinam souverän, doch die Medaille musste der Vize-Weltmeisterin von 1995 wenig später wieder abgenommen werden. Vriesde hatte einfach zuviel Kaffee getrunken. Unglaublich viel, um genauer zu sein. Denn die Dopingkontrolleure wiesen im Körper der in den Niederlanden lebenden 38-Jährigen einen Koffeinwert nach, der auf klare Manipulation schließen ließ. "Sie hätte fünf Gallonen Kaffee trinken müssen, um den Koffein-Level zu erreichen, der bei ihr festgestellt worden ist", sagte Mario Vasquez Rana, der Präsident der panamerikanischen Sportorganisation. Vriesde wollte dem auch gar nicht widersprechen und gab ihr Vergehen sofort zu.

Klicken Sie auf ein Bild,
um zur Großbildansicht zu gelangen.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.