Dumm gelaufen Prügel, Pech und Pöbeleien

Ein Motorrad auf Abwegen, ein Rugbyspieler zwischen den Fronten und ein schlagfertiger Pitcher. Auch vergangene Woche steckte so mancher Athlet in großen Schwierigkeiten. SPIEGEL ONLINE zeigt in einer Fotostrecke Sportler, denen es übel erging und die dennoch nicht verzagten.


"Rück' die Pille raus!" Wehe man gerät beim Rugby zwischen die Fronten, zumal dann, wenn es dort zugeht wie bei einer zünftigen Wirtshausprügelei. Den englischen Rugby-Spieler Chris Jones (Mitte) ereilte dieses zweifelhafte Vergnügen vergangene Woche beim Churchill Cup in Vancouver. Hinterhältig hatten die US-amerikanischen Kontrahenten Kirk Khasigian (r.) und Luke Gross (l.) den Briten in die Zange genommen und anschließend ordentlich vermöbelt. Mit Karacho ins Kiesbett: Der Franzose Mike Di Meglio kam beim Qualifikationstraining des WM-Laufs der Klasse über 125 Kubikzentimeter im holländischen Assen zwischenzeitlich vom Weg ab und landete unsanft in der Auslaufzone. Was spektakulär aussieht, endete glücklicherweise glimpflich. Di Meglio hatte bei diesem Crash lediglich einige Prellungen zu beklagen. Wenig später stieg er wieder auf seine Maschine und sicherte sich mit Rang 25 die Starterlaubnis für das Rennen. Im WM-Lauf am Samstag, bei dem der Sachse Steve Jenkner den ersten Weltcupsieg seiner Karriere feiern durfte, machte es Di Meglio besser und fuhr einen 19. Platz heraus. Verunglückter Purzelbaum: Was wirkt, als versuche er, das Gras von Wimbledon wachsen zu hören, ist nichts weiter als eine spektakuläre Abwehraktion des marokkanischen Tennisprofis Younes El Aynaoui im Drittrunden-Match gegen Andre Agassi. Um ein Haar wäre der aufopferungsvolle Einsatz Aynaouis belohnt worden, denn gegen den Amerikaner unterlag Aynaoui knapp in vier Sätzen mit 7:5, 4:6, 6:7 und 6:7.
"Aus derselben Ackerkrume wächst das Unkraut wie die Blume." Frei nach den Worten des deutschen Dichters Friedrich von Bodenstadt bemüht sich der englische Golfprofi Justin Rose, seinen Ball bei der "Open de France" am Stadtrand von Paris zwischen lauter Gänseblümchen wieder zu finden. Eine lohnende Suche, denn obwohl Rose hier die Spielbahn klar verfehlte, befreite er sich mit Bravour aus dieser misslichen Lage. Nach vier Runden belegte Rose den dritten Rang und wurde dafür mit einem Preisgeld von 140.750 Euro belohnt. Auch beim Baseball passieren Handgreiflichkeiten, wie der Ringkampf zwischen Kyle Farnsworth von den Chicago Cubs (o.) und Cincinnatis Paul Wilson (u.) beweist. Zu dem Streit kam es, weil Cincinnatis Pitcher immer wieder versucht hatten, die Angreifer aus Chicago mit "körpernahen" Würfen von der Homeplate fernzuhalten. Im siebten Inning eskalierte das Ganze, als der erste Cubs-Spieler einen Körpertreffer zu beklagen hatte. Wenig später unterstellte auch Wilson seinem Gegenüber Farnsworth, ihn mit Absicht treffen zu wollen. Nach einer Pöbelei flogen die Fäuste, Farnswoth riss Wilson mit einem Tackle zu Boden, der eher nach American Football aussah. Am Ende der Rauferei, zu der sämtliche Spieler aufs Feld gestürmt waren, hatte Wilson eine blutige Nase zu beklagen. "Mit 'Farnsy' legt man sich nicht an", war der knappe Kommentar von Cubs-Spieler Eric Karros. Sowohl Farnsworth als auch Wilson wurden nach der Keilerei des Feldes verwiesen. "Quick Nick" auf Abwegen: Bei der Qualifikation zum Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring hatte Sauber-Pilot Nick Heidfeld mit großen Motorenproblemen zu kämpfen. Obwohl er vor einer Kurve bremste, gab das Triebwerk weiter Gas und Heidfeld flog mit einem Dreher von der Piste. Die Folge war beim Rennen ein Start aus der Boxengasse. Doch dann zeigte Heidfeld Kämpferqualitäten. Vom letzten Platz aus arbeitete er sich bis auf den achten Rang vor und sicherte sich am Ende noch einen WM-Zähler.

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