Erfurter Dopingnetzwerk Auch Ex-Radprofi Hondo war Kunde von Mark S.

Der nächste Name rund um das Erfurter Dopingnetzwerk ist bekannt geworden: Ex-Radprofi Danilo Hondo hat in der ARD Blutdoping zugegeben. Er hat zudem Besuche beim Erfurter Arzt Mark S. eingestanden.

Danilo Hondo bei der Tour de France 2010
Nicolas Bouvy DPA

Danilo Hondo bei der Tour de France 2010


Der ehemalige Radprofi Danilo Hondo hat in einem Interview mit der ARD-Dopingredaktion Blutdoping im Zusammenhang mit dem Skandal um den Mediziner Mark S. eingeräumt. "Es ging um 2011. Ich muss sagen, und das ist mir auch die ganze Nacht durch den Kopf gegangen, da hatte ich diesen schwachen Moment. Ich habe den größten Fehler meines Lebens getan und dieser Geschichte zugestimmt", sagte er.

Hondo, 45, ist heute (noch) als Nationaltrainer der Schweiz tätig, war zwischen 1999 und 2014 Radprofi und fuhr sowohl für das Team Telekom (bis 2003) als auch das Team Gerolsteiner (2004-2005). Er gewann in seiner besten Zeit zwei Etappen des Giro d'Italia und war einmal deutscher Meister (2002).

Hondo geht davon aus, dass seine Tätigkeit in der Schweiz beendet ist und er gesperrt wird. "Mir ist klar, dass es keine berufliche Zukunft, weder bei Swiss Cycling noch in irgendeiner anderen Form im Sport, im Radsport mehr für mich geben wird", sagte Hondo.

Blutzuführungen habe es in dem betreffenden Jahr vor den Klassikern und auch vor der Tour de France gegeben. Im italienischen Team Lampre, für das Hondo 2011 fuhr, habe niemand etwas mitbekommen. "Ich werde jetzt für Fehler in meiner Vergangenheit bestraft", sagte Hondo, er habe sich in der Schweiz in seiner Funktion immer gegen Doping starkgemacht.

Nach ARD-Informationen hatte Mark S. Hondo in den Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft München belastet. "Ich denke, dass er sein ganzes Handeln weitestgehend offenlegt, um bei der Staatsanwaltschaft eine mildere Strafe zu erlangen", sagte Hondo dazu. 2012 habe der frühere Sprinter das Blutdoping wieder beendet. "Mein Problem war von Anfang an das ungute Gefühl, etwas Unrechtes zu tun."

2005 war Hondo einmal wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden. Es ging um den Gebrauch des Mittels Carphedon, der Fall war jedoch umstritten, und auch manche Experten sahen die Strafe als ungerechtfertigt an. "Ich bin unbewusst gedopt worden oder durch eine Verunreinigung, so wie es immer meine Vermutung war, positiv getestet worden", sagte Hondo.

aha/sid



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jkbremen 12.05.2019
1. War doch klar
Niemanden wundert das im Radsport. Wundern tut mich, dass Fernsehen und Presse die rollende Apotheke und andere Dopingsportarten wie Biathlon noch übertragen.
haraldbuderath 13.05.2019
2. Alte Geschichten
Diese Geschichten sind alter Kaffee, wer ohne Doping gewinnt muss erst noch geboren werden, in den Niederlanden,Norwegen,GB oder USA ist ein Dopingsünder ein Held und kein Betrüger, wird man erwischt haben Verantwortliche Atteste und vermeinte Krankheiten als Erklärung, Deutsche Athleten sind Chancenlos im Wettbewerb oder haben Deutsche Athleten kein Talent? Im Giro fährt welcher Fahrer ohne Doping/Attest mit um den Sieg?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.