EHF-Pokal Lemgo triumphiert im deutschen Finalduell

Der TBV Lemgo hat sich den zweiten Europapokal der Vereinsgeschichte gesichert. Im Finale bezwang der Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen, der damit weiter auf den ersten internationalen Erfolg seit mehr als 40 Jahren warten muss.


Lemgo - Der TBV setzte sich vor 4950 Zuschauern im Finalrückspiel 25:22 (15:15) durch, schon das Hinspiel hatte Lemgo in der vorigen Woche 30:29 für sich entschieden. "Das ist ein emotional ganz großer Moment für mich. Ich bin überglücklich", sagte Volker Zerbe, der gemeinsam mit Daniel Stephan bereits 1996 im Finale gegen Teka Santander für Lemgo aufgelaufen war. Für den 38-jährigen Zerbe, der fünf Tore erzielte, war es der letzte internationale Auftritt.

Lemgo-Torwart Lichtlein: Zweiter Europapokal der Clubgeschichte
Getty Images

Lemgo-Torwart Lichtlein: Zweiter Europapokal der Clubgeschichte

Frisch-Auf-Nationalspieler Michael Kraus war hingegen am Boden zerstört. "Das ist ein Albtraum für jeden Sportler, das ist klar. Aber wir gratulieren dem TBV Lemgo zum Sieg. Wir haben den Titel wohl schon im Hinspiel verspielt", sagte Kraus, der wie Vukasin Rajkovic fünf Tore warf. Göppingen wartet seit 1962 auf einen europäischen Titel. Damals hatte der elfmalige deutsche Meister seinen zweiten Triumph im Landesmeister-Cup gefeiert.

In Lemgo hatten die Schwaben mit einer extrem aggressiven Deckung zunächst versucht, dem gefährlichen Rückraum der Gastgeber die Wirkung zu nehmen. Das gelang nur bedingt, erst nach 20 Minuten gingen die Gäste, die durch den Zwangsabstieg von Vorjahressieger Tusem Essen in den EHF-Wettbewerb nachgerückt waren, beim Stand von 10:9 erstmalig in Führung. Wenig später lag das Team von Trainer Velimir Petkovic beim 14:12 sogar in der Addition beider Spiele kurzzeitig vorn.

"Das Spiel war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Was Göppingen hier heute und auch vor einer Woche geleistet hat, ist aber sicherlich aller Ehren wert", erklärte TBV-Coach Volker Mudrow. Am Ende siegte Lemgo dank der größeren individuellen Klasse und konditioneller Vorteile. Die Gastgeber setzten sich in den letzten Minuten Tor für Tor immer weiter ab und brachten ihren Vorsprung im Anschluss über die Zeit.

Neben der sportlichen gab es in Lemgo auch eine personelle Entscheidung. Zerbe wird nach dem Abschluss der laufenden Bundesliga-Saison neuer sportlicher Leiter beim TBV.

goe/sid



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