Eishockey Achtungserfolg für DEB beim Deutschland-Cup

Zurückgelegen, zurückgekommen: Zum Start des Deutschland-Cups verlor die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gegen die USA erst im Penaltyschießen. Trainer und Spieler waren trotzdem zufrieden - nach der WM-Blamage scheint das Team auf dem Weg aus der Krise.
DEB-Torschütze Hospelt: 0:2-Rückstand aufgeholt

DEB-Torschütze Hospelt: 0:2-Rückstand aufgeholt

Foto: A3609 Daniel Karmann/ dpa

Hamburg - 186 Tage nach dem WM-Debakel von Bern hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft einen ersten Schritt aus der Krise gemacht. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp holte zum Auftakt des 20. Deutschland-Cups in München gegen den Favoriten USA einen 0:2-Rückstand auf, verpasste dann aber nach Penaltyschießen mit 2:3 (0:1, 2:1, 0:0, 0:0, 0:1) knapp einen erfolgreichen Start in die Olympia-Saison.

Im ersten Länderspiel nach dem Absturz in der Schweiz zeigte die deutsche Auswahl einen deutlichen Aufwärtstrend. Kai Hospelt vom Pokalsieger EHC Wolfsburg (26.) und Travis Mulock vom deutschen Meister Eisbären Berlin (27.) erzielten vor 5438 Zuschauern in der Olympiahalle die Tore für den WM-Fünfzehnten., der zu Beginn der Verlängerung noch mehrere Großchancen hatte. Finnland-Legionär Justin Morrison (20. und 24.) hatte die US-Auswahl mit insgesamt elf Profis, die in Deutschland ihr Geld verdienen, 2:0 in Führung gebracht. Jeff Hamilton verwandelte schließlich den entscheidenden Penalty.

Die Mannschaft des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) trifft am Samstag (19.45 Uhr) auf die Slowakei und am Sonntag (13.30 Uhr) auf die Schweiz. Der Deutschland-Cup soll nicht nur Härtetest für die Olympischen Spiele in Vancouver (12. bis 28. Februar 2010), sondern auch Werbung für die WM in Deutschland (7. bis 23. Mai 2010) sein.

Krupps Neulinge durchwachsen

"Wir können sehr zufrieden sein mit unserer Leistung", sagte Kapitän Sven Felski: "Aber ich bin ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht mit einem Sieg belohnt worden sind. Jeder weiß, dass wir eine schlechte WM gespielt haben. Jetzt wollen wir uns besser präsentieren, denn wir haben ein wichtiges Jahr vor uns." Krupp hatte 100 Tage vor Olympia zwei erfahrene Debütanten aufgeboten, die "kurzfristig helfen" und schon für Vancouver in Frage kommen sollen. Der Deutsch-Kanadier Rob Zepp im Tor, mit Berlin schon zweimal Deutscher Meister, bewies in einigen Szenen seine Klasse. Bei den Gegentoren war der 28-Jährige machtlos, im Penaltyschießen hielt er gegen Morrison.

Der gebürtige Tscheche Jakub Ficenec, der vor allem dem Überzahlspiel mehr Durchschlagskraft geben soll, kam zwar häufig in kritischen Situationen zum Einsatz. Doch der 32-jährige vom ERC Ingostadt konnte im Powerplay keine Akzente setzen. Die DEB-Auswahl ließ insgesamt acht Überzahlchancen ungenutzt. Der dritte Neuling im Kader, der 22 Jahre alte Stürmer Thomas Holzmann von den Kassel Huskies, saß noch auf der Tribüne.

Mit einem 3:2 (1:1, 1:0, 1:1)-Sieg gegen die Slowakei war zuvor die Schweiz ins Turnier gestartet. Vor 2000 Zuschauern erzielten Duri Camichel (12.), Ivo Rüthemann (28.) und Ryan Gardner (46.) die Tore für die Eidgenossen. Für den Weltmeister von 2002 trafen Rudolf Huna (19.) und Marcel Hossa (47.). Überschattet wurde die Partie von der Verletzung des Schweizers Beat Gerber. Der Verteidiger prallte nach einem Zweikampf unglücklich gegen die Bande und erlitt eine Gehirnerschütterung.

goe/sid
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