Eiskunstlauf Attentat auf dem Hotelzimmer

Ein Attentat auf den französischen Paarläufer Stéphane Bernadis hat für einen Schock bei den Eiskunstlauf- Weltmeisterschaften in Nizza gesorgt. Trotz des Zwischenfalls will das Opfer bei der Kürentscheidung antreten.


Stéphane Bernadis mit Partnerin Sarah Abitbol: Seit über einem Jahr belästigt
DPA

Stéphane Bernadis mit Partnerin Sarah Abitbol: Seit über einem Jahr belästigt

Nizza - Ein Rasierklingen-Attentat auf den französischen Paarläufer Stéphane Bernadis hat den zweiten Tag der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Nizza überschattet. Ein Unbekannter überfiel den siebenmaligen nationalen Titelträger am Dienstagnachmittag an der Tür seines Hotelzimmers und verletzte ihn am linken Arm.

Der Täter hatte nach Angaben des EM-Dritten von 1998 und '99 gegen 15.30 Uhr im Hotel Sofitel neben der Wettkampfhalle Palais des Expositions an die Zimmertür von Bernadis geklopft. Das Hotel ist zwar bewacht, es gibt jedoch keine Personenkontrollen. Als der Eisläufer öffnete, soll der Unbekannte durch den Türspalt sofort zugeschnitten und Bernadis eine drei bis vier Zentimeter lange Wunde zugefügt haben, die später mit vier Stichen genäht wurde. Der Sportler schlug die Türe gleich wieder zu, der Täter entkam. Die Polizei hat inzwischen eine Fahndung eingeleitet. Die Tatwaffe ist nach den Beschreibungen des Sportlers möglicherweise ein Rasiermesser.

"Stéphane ist psychisch schockiert gewesen und nach dem Vorfall gleich aus dem Hotel gelaufen. Körperlich erholt er sich langsam", erklärte Gailhaguet, zugleich Organisationschef der WM. Bekannte haben anschließend versucht, den Angegriffenen zu beruhigen. Sarah Abitbol war zum Zeitpunkt des Attentats in der Innenstadt unterwegs. Bernadis wird nach Angaben des französischen Funktionärs bereits seit eineinhalb Jahren von einem Unbekannten telefonisch belästigt.

Unklar war am Dienstagabend, wie präzise die Personenbeschreibung des Täters ist und ob Bernadis ihn überhaupt genau gesehen hat. Genauso unbekannt ist das Motiv. Der Veranstalter hat Anzeige gegen Unbekannt gestellt und die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. So wurden die Eistanz-Europameister Marina Anissina/Gwendal Peizerat am Abend von vier Bodyguards zur Halle begleitet. Auch Peizerat ist in der Vergangenheit schon einmal telefonisch bedroht worden. "Wir werden die Weltmeisterschaften unter den bestmöglichen Bedingungen fortführen", erklärte Gailhaguet.



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