Eklat bei Schwimm-WM Prügel vom Trainer - Athletin unter Polizeischutz

Es wurde geprügelt, es flossen Tränen: Bei der Schwimm-WM in Melbourne hat ein Coach vor laufenden Kameras eine Schwimmerin geschlagen - seine Tochter. Ihm wurde jetzt die Akkreditierung entzogen. Außerdem muss er sich vor Gericht verantworten.


Melbourne - Zum ersten Mal waren bei einer WM Kameras im Warteraum der Athleten erlaubt. Was sie filmten, schockierte die Sport-Szene und rief die Polizei auf den Plan: Nach einer verbalen Auseinandersetzung hatte der ukrainische Schwimmtrainer Michail Subkow seine von ihm betreute Tochter Katerina geschlagen. Die 19-Jährige versuchte sich gegen die Attacken des Vaters zu wehren. Weinend sprang sie auf, versuchte dem Mann zu entkommen.

Jetzt wurde der Trainer bei den Weltmeisterschaften in Melbourne mit sofortiger Wirkung die Akkreditierung durch den Weltverband Fina entzogen. Zudem berät der Disziplinarausschuss des Verbandes über weitere Strafen.

Der australische Fernsehsender "Channel 9", der die Szene filmte, hatte die Polizei alarmiert. Vater und Tochter wurden noch am Abend vernommen. Nach Angaben der Beamten wurde die Sportlerin nicht verletzt.

Subkow wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen, bis auf Weiteres ist ihm der Kontakt mit seiner Tochter verboten. Er darf der jungen Frau nicht näher als 200 Meter kommen. Das Verbot schließt auch einen telefonischen Kontakt ein. Außerdem wird er sich vor Gericht verantworten müssen, kündigte Mick Williams von der Polizei in Melbourne an.

Am Morgen nach dem Ereignis ging Subkowa unter Polizeischutz an den Start. Im Vorlauf über 50 Meter Rücken belegte sie nach 29,37 Sekunden nur den 18. Platz - und schied aus.

jr/sid/dpa



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