Elfte Tour-Etappe Cavendish entschlossen, Renshaw ausgeschlossen

Mark Cavendish hat die elfte Etappe der Tour de France gewonnen. Es war bereits der dritte Tagessieg des Briten. Cavendish muss fortan allerdings auf seinen wichtigsten Helfer verzichten: Mark Renshaw wurde nach einem Kopfstoß für den Rest der Rundfahrt disqualifiziert.

Sprintsieger Cavendish (Mitte): "Ständig Angst, dass mich noch jemand überholt"
AFP

Sprintsieger Cavendish (Mitte): "Ständig Angst, dass mich noch jemand überholt"


Hamburg - Sprintspezialist Mark Cavendish hat die elfte Etappe der 97. Tour de France für sich entschieden und damit seinen dritten Tageserfolg gefeiert. Der Brite setzte sich nach 184,5 Kilometern von Sisteron bis Bourg-lès-Valence im Massensprint souverän gegen Alessandro Petacchi (Lampre) und Tyler Farrar (Garmin-Transitions) durch. Gerald Ciolek vom deutschen Milram-Team war chancenlos im Sprint um den Tagessieg, fuhr auf Rang zehn.

"Ich dachte, ich wäre eingeklemmt, aber Mark Renshaw hat mich rausgeboxt", sagte der für das Columbia-Team fahrende Cavendish. "Am Ende war es ein sehr langer Sprint und ich hatte ständig Angst, dass mich noch jemand überholt."

Renshaw hatte sich während der Schlussphase des Sprints mit Hilfe eines Kopfstoßes gegen Julian Dean (Garmin-Transitions) Raum verschafft. Der Columbia-Profi wurde zunächst auf den letzten Platz des Tagesklassements zurückgesetzt. Später schloss ihn die Jury vom weiteren Verlauf der Tour aus. "Renshaw ist raus. Wir haben uns das Video angesehen und es war ein eklatanter Regelverstoß. Das ist Radsport und kein Faustkampf. Das gesamte Feld hätte stürzen können", sagte Jean-Francois Pescheux, Technischer Direktor der Tour.

"Das ist ein Sprint und kein Kindergeburtstag"

Mit Renshaw verliert Cavendish seinen wichtigsten Sprint-Anfahrer. "Ich bin sehr traurig über diese Entscheidung, aber ich muss sie akzeptieren", kommentierte der Tagessieger die Strafe. Columbia-Sportchef Rolf Aldag zeigte sich verärgert: "Das ist ein Sprint und kein Kindergeburtstag. Dean hat versucht, Renshaw in den Zaun zu fahren. Er hat sich nur gewehrt und das richtig gemacht."

Einspruch will der 41-Jährige nicht einlegen, fügte aber hinzu: "Wir betreiben hier Profisport und dann kommen solche amateurhaften Entscheidungen zustande. Wenn sie uns nicht leiden können oder Mark zu schnell ist, dann sollen sie es sagen. Dann könnte ich damit leben", so Aldag. "Vor vier Tagen haut hier einer dem anderen mit dem Vorderrad den Kopf ein und bekommt nur eine Geldstrafe von 300 Euro. Wo ist denn da die Verhältnismäßigkeit?"

Schleck fährt weiterhin in Gelb

Cavendish ist mit seinem insgesamt 13. Etappensieg bei der Tour in der ewigen Bestenliste an Zabel (zwölf) vorbeigezogen. An der Spitze steht der Belgier Eddy Merckx mit 34 Siegen vor den Franzosen Bernard Hinault (28) und André Leducq (25).

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden trägt weiterhin Saxo-Bank-Profi Andy Schleck. Der Luxemburger liegt 41 Sekunden vor dem Spanier Alberto Contador (Astana). Dessen Landsmann Samuel Sánchez (Euskaltel) ist mit einem Rückstand von 2:45 Minuten Dritter.

Am Freitag bietet sich eine erneute Chance für Ausreißer (12 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Die Etappe über 210,5 Kilometer von Bourg-de-Peage nach Mende weist fünf kleinere Bergwertungen auf und endet mit einem kurzen, aber steilen Schlussanstieg.

fsc/sid/dpa



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Seite 1
wielkizbigniew 15.07.2010
1. ..
Leider wird sich Contador wohl wieder durchsetzen. Die Zeitfahrqualitäten seines einzigen Konkurrenten Schleck sind leider zu schlecht. Zudem ist das Team um Contador sehr gut besetzt. Ich hatte ja auch wieder auf Evans gehofft, aber mit gebrochenem Arm kann sogar der tapfere Evans nicht dagegenhalten. Tipp: 1.Contador 2.Schleck 3.Mentschow
MadMad 16.07.2010
2. ...
Zitat von sysopHerausforderer Andy Schleck und Titelverteidiger Alberto Contador scheinen den Sieg bei der 97. Tour de France unter sich auszumachen. Oder gibt es andere Fahrer, die noch in den Kampf um das Gelbe Trikot eingreifen können? Was ist noch von Rekordsieger Lance Armstrong zu erwarten?
Die Frage ist doch nicht "Wer setzt sich durch", sondern "Wen interessiert es" ? Wer sich nicht explizit informiert bekommt doch fast gar nichts mehr mit. Die Gründe dafür sind natürlich klar und werden die Tour noch mehrere Jahre begleiten.
Brettschneider 16.07.2010
3.
Zitat von wielkizbigniewLeider wird sich Contador wohl wieder durchsetzen. Die Zeitfahrqualitäten seines einzigen Konkurrenten Schleck sind leider zu schlecht. Zudem ist das Team um Contador sehr gut besetzt. Ich hatte ja auch wieder auf Evans gehofft, aber mit gebrochenem Arm kann sogar der tapfere Evans nicht dagegenhalten. Tipp: 1.Contador 2.Schleck 3.Mentschow
Mich erinnert das große Duell bei dieser Tour stark an den Zweikampf zwischen Contador und Rasmussen bei der Tour 2007. Hoffentlich dürfen wir das Spektakel diesmal zuende sehen. Wirklich schade, dass Evans aus dem Rennen um die Gesamtwertung ist. Zwar hätte ich nicht unbedingt den Sieg von ihm erwartet, aber sein unaufholbarer Rückstand macht es Contador viel leichter, sich auf die restlichen Mitfavoriten zu konzentrieren. Eigentlich sind es außer Contador nur noch 3 Fahrer, die sich mehr oder weniger ernsthafte Chancen auf den Tour-Sieg ausrechnen können. Neben Schleck noch Mentschow und S. Sanchez. Leipheimer stellt zumindest in den Bergen keine echte Gefahr mehr dar. Und bei fast 4 Minuten Rückstand reicht sein beachtliches Zeitfahr-Können nicht. Von den Broeck ist bisher für mich die Überraschung bei der diesjährigen Tour. Zeitfahren kann er auch - immerhin war er Juniorenweltmeister. Aber wie fit er in der 3. Tour-Woche noch ist, dahinter steht ein großes Fragezeichen. Normalerweise muss sich Contador nur noch an Schlecks Hinterrad klemmen, dann kann ihm nichts mehr passieren. Als die Meute noch unübersichtlicher war, konnte es schon passieren, dass der Spanier mal ein paar Sekunden von Schleck aufgebrummt kriegt. Bleibt es aber bei den 41 Sekunden Rückstand vor dem Zeitfahren, dann müsste er sich aller Voraussicht nach dort das Gelbe Trikot holen. Am Rande erwähnt: Dann hätte es seit der Operation Puerto nur noch spanische Tour-Sieger gegeben. Welch ein dreister Coup..... Vor allem, wenn man die unheimliche Dominanz der Sportnation Spanien in den populärsten Sportarten betrachtet: Fußball, Tennis, Radsport, Motorsport. Aber erstmal muss Contador seinen dritten Tour-Sieg schaffen. Auch er galt vor seinem ersten Sieg als schwacher Zeitfahrer, weshalb damals von Evans erwartet wurde, sich im ZF am vorletzten Tag das Gelbe Trikot zu holen. Contador wuchs über sich hinaus und ließ etliche ZF-Spezialisten hinter sich. Inzwischen gehört er in dieser Disziplin beständig zu den Weltbesten. Warum sollte Schleck nicht Ähnliches gelingen? Immerhin heißt sein Sportlicher Leiter Bjarne Riis. Hat er noch einen Trumpf im Ärmel?
Helidorst 16.07.2010
4. Sport - Tour de France - wer setzt sich durch?
Die Euro-Sport-Moderatoren haben es geschafft, mit ihren Live-Übertragungen viele Tour-Fans wieder für den härtesten Sport zu begeistern. Dagegen sind die Sendungen von ZDF und ARD total lahm.--Trotz der Hitzerekorde, die in den französischen Hochalpen bis GAP und weiter darüber hinaus den Fahrern fast Unmenschliches abverlangten, sind es gerade die neu hinzugekommenen Radsportler, die zeigen, wieviel Durchhaltungswillen in diesem Sport vorhanden ist. Da keine Sportart auch nur annähernd so intensiv nach Dopingvergehen überprüft wird, kann man davon ausgehen, dass solch zähe Arbeiter wie Sebastian Fischer, der schuftet für fünf und auch die jungen Franzosen weiterhin zum Zuge kommen.--Trotzdem verstehe ich nach wie vor nicht, dass Dopingsünder wie Winokurow und auch der Team-Manager Rolf Aldag und noch viele der älteren Dopingsünder mitfahren, so, als sei nichts gewesen.--Die Hubschrauberaufnahmen der wilden Berglandschaften allerdings sind unübertrefflich schön. So lernt man die Landschaften intensiv kennen.--Helidorst
raka, 16.07.2010
5. .
---Zitat von SPON--- Tour de France 2010 - wer setzt sich durch? ---Zitatende--- Natürlich der, der am besten gedopt hat, wie immer. Jetzt wird die Tour wieder gefeiert, demnächst, nach dem nächsten Doping-Skandal, wird sie wieder verdammt. Und der nächste Doping-Skandal kommt, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
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