Sieg nach Super Over England zum ersten Mal Cricket-Weltmeister

Historischer Erfolg nach großem Drama: Durch einen Sieg gegen Neuseeland hat sich England im eigenen Land seinen ersten Weltmeistertitel im Cricket gesichert.

Englands Spieler bejubeln den Sieg
Paul Ellis / AFP

Englands Spieler bejubeln den Sieg


England ist Cricket-Weltmeister. Nach der Entscheidung im Super Over, einer Verlängerung der Partie, stand der Sieg über Neuseeland fest. Zuvor hatte das Spiel 241:241-Unentschieden gestanden. England holte damit erstmals in der Geschichte des Cricket den Titel - und das als Mutterland des Sports.

"Ich bezweifle, dass es jemals ein besseres Cricket-Match geben wird als dieses", sagte Englands Ben Stokes, der zum Spieler der Partie gewählt wurde. "Es gab so viele Stellen, an denen das Spiel komplett offen war", sagte Neuseelands Kapitän Kane Williamson. "Die Jungs sind am Boden zerstört. Es ist niederschmetternd. Schwer zu verdauen."

Als Mitausrichter der Weltmeisterschaft hatte es England erstmals seit 27 Jahren ins Endspiel geschafft. Bei den drei vorherigen Finalteilnahmen 1979, 1987 und 1992 hatte das Team stets verloren. Neuseeland hingegen muss weiter auf den ersten WM-Titel warten. Bereits bei der vorherigen Endrunde 2015 hatte es das Team ins Finale geschafft, war jedoch an Australien gescheitert.

tip/Reuters/sid



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maphry 15.07.2019
1. Es war phänomenal
Ein Spiel mit höhen und tiefen. So oft hatte Neuseeland die Chance das Spiel zu zu machen und immer wieder hatte England die nicht existierenden Möglichkeiten genutzt im Spiel zu bleiben. In ihrem Spielabschnitt hatte Neuseeland bei schwierigen Bedingungen eine Punktzahl erreicht, die recht niedrig schien und sicherlich von England erreichbar war. Doch England strauchelte, Neuseeland war übermächtig im Feld und so blieben sie im Spiel. In den letzten Bällen ging es hin und her, gepaart mit englischem Glück und Neuseeländischem Pech endete es im Unentschieden. Dann das Super Over (quasi Elfmeterschiessen). England gelingt eine adequate Runzahl vorzulegen und nominiert mit Jofra Archer dann einen jungen Bowler der erst seit kurzem im Team ist. Auf der anderen Seite Guptill der Star der letzten WM der dieses Mal nix auf die Reihe brachte und Neesham, nicht der Star der Mannschaft, aber gut im draufhauen. Es geht hin und her, Neesham gelingt es Neuseeland auf zwei Punkte ran zu bringen, aber nun muss Guptill es richten. Sie erlaufen einen Punkt, aber der Schlag war nicht gut genug und Guptill fehlen letztendlich etwa ein Meter zur rettenden Linie als England sein Wicket zerstörte und damit Weltmeister war. Und nein, nicht weil sie das Super Over gewannen, denn auch das endete damit unentschieden. Es wurde ausgerechnet, welches Team den ball mehr aus dem Spielfeld geschlagen hatte während des Spiels und das war England. Es ist als wenn man im Elfmeterschiessen nach 10 Schüssen beider Teams und dortigem Unentschieden abbricht und sagt das Team gewinnt das im Spiel die meisten Torschüsse fabrizierte. Sei es drum, beide hätten es verdient als erstmaliger Weltmeister vom Feld zu gehen und letztendlich war es England das das letzte Quäntchen Glück hatte. Ein Wahnsinns Finale, eine Wahnsinns WM!
jutta_weise 15.07.2019
2. Cricketspieler lächeln nur müde über die Regeln im Fußball
In einem Geschäft in Kapstadt sah ich mal eine riesengroße Tafel mit der Aufschrift: Regeln des Cricketspiels. Nach Lesen dieser Liste, die sicher nicht vollständig war, gab ich es auf, das Spiel verstehen zu wollen. Als ich mit Kapstädtern darüber sprach, haben die sich kaputtgelacht und mir versichert, dass 99% der Zuschauer die Regeln nicht wirklich verstehen. Naja, ist bei Fußball ja nicht anders, wenn ich über die nie endend wollende Diskussion aller sogenannten Experten über Abseits oder Nichtabseits nachdenke ;o)).
bapon1 15.07.2019
3. In a nutshell
Eine Mannschaft wirft (bowling), eine Mannschaft schlägt (batting). Die batting Mannschaft punktet, die Bowling Mannschaft versucht alle Batter nacheinander aus dem Spiel zu werfen. Wenn alle Batter raus sind, wird gewechselt (Testmatch / All Out). Alternativ: Nach soundsoviel Würfen wird gewechselt (Limited Overs). Es mag noch Varianten des Wechselpunkts geben. Ablauf: Ein Bowler wirft und versucht die 3 Stöcke (Wicket) umzuwerfen. Der Batsman verteidigt das Wicket und schlägt den Ball möglichst weit weg. Während die Werfermannschaft den Ball wieder einsammelt und doch zum Wicket wirft, läuft der Batsman möglichst oft hin und her und sammelt mit jedem Hin und jedem Her jeweils 1 Punkt (Run). Er muss rechtzeitig ankommen, bevor die Wickets fallen. Unterwegs erwischt ist er out. An beiden Polen steht ein Batsman, daher battet mal der eine, mal der andere. Sie laufen natürlich gegenläufig. Out ist jener Batsman, welcher auf das Wicket zuläuft, welcher gerade kaputtgeschlagen wird. Out ist ein Batsman, wenn 1. das Wicket fällt, während er noch läuft (siehe oben) 2. der Ball nach dem Schlag volley gefangen wird, dann ist der schlagende Batsman out. 3. der Batsman den Ball nach Wurf am Fuß getroffen wird und dabei den Wicketfall verhindert (Leg before Wicket), dann ist auch der schlagende Batsman out. Die Batsmen müssen nicht laufen, wenn der Ball nach Schlag das Feld verlässt. Dann gibt es - 4 Runs, wenn der Ball rausrollt - 6 Runs, wenn der Ball volley rausfliegt Die Werfer bowlen je 6 mal (ein Over), dann ist der nächste Werfer dran. Gewonnen hat, wer mehr Runs hat. Alles andere sind Details.
j.tiedemann 15.07.2019
4. @maphry
Bei Ihnen hört es sich so an, als ob Sie das Vergnügen hatten, das Spiel sehen zu können. Ich habe länger gesucht, konnte aber im Netz keine Möglichkeit finden. Vom TV mal ganz zu schweigen. Würden Sie mir einen Tip geben ? Danke sehr !
maphry 15.07.2019
5. @j.tiedemann
Die Rechte für Deutschland hatte sich der indische Streamingdienst YuppTV gesichert, DAZN hatte offenbar das nachsehen nachdem sie die letzte Champions Trophy übertragen. Der Weltverband ICC gibt meist kurz vorher eine Pressemeldung heraus mit den Rechteinhabern. Mittlerweile wird auch meist Europa abseits der britischen Inseln bedient (auch dank Migration aus Südasien). Tickets selbst sind fürs Finale unbezahlbar, obwohl die Moderatoren (die Weltweit eh die gleichen sind, siehe Wikipedia) gestern meinten: Wer 12.000 Pfund auf dem Schwarzmarkt für Tickets bezahlte hat dennoch zu wenig gezahlt für das was er geboten bekam. Vorrundenspiele gabs für 30 bis 100 Pfund, die Tage dort haben sich auch wenns regnerisch war gelohnt (aber das ist Geschmackssache).
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