Entführungsdrohung Skandal um Tennisvater Dokic

Sie ist vor ihm nach Australien geflüchtet, doch Tennisstar Jelena Dokic hat keine Ruhe vor ihrem Vater: In einem Interview kündigte Damir Dokic an, seine Tochter entführen zu wollen. Kurze Zeit später wollte er von dieser Aussage allerdings nichts mehr wissen.


Belgrad - Nur pure Wut oder Wahnsinn? Im Belgrader "Kurir" verkündete Damir Dokic, eine Atombombe auf Sydney werfen zu wollen und einen Australier aus Rache dafür zu töten, dass er seiner Tochter die Rückkehr auf den fünften Kontinent ermöglicht habe. Im Interview mit dem Melbourner Radiosender "Nova 100" wollte er diese Aussagen allerdings nicht bestätigen. Er behauptete, dass der serbische Reporter ihm "das Wort im Munde herum gedreht" habe. Seiner Tochter wollte er nichts mitteilen: "Nein, ich habe keine Nachricht für sie", so Dokic.

Tennisprofi Dokic: "Keine Lust mehr"
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Jelena Dokic war nicht überrascht von den neuen verbalen Ausfällen ihres Vaters, nur genervt. "Ich habe mich mein Leben lang damit herumgeplagt, mich von solchen Dingen zu erholen und den Schaden, den er angerichtet hat, auszubügeln", sagte die 22-Jährige, die bei den Australian Open bereits in der ersten Runde gegen die Französin Virginie Razzano ausgeschieden war. "Ich habe keine Lust mehr auf diese Art von Aufregung und will diese Kommentare nicht mehr hören", ließ Jelena Dokic durch ihr Management verbreiten. "Ich distanziere mich komplett von seinen Ansichten", sagte sie.

Auch die Organisatoren der Australian Open mussten die Pöbeleien des irrlichternden Serben über sich ergehen lassen. Diese seien für das Erstrunden-Aus seiner Tochter verantwortlich. "Da ist sie wieder beschissen worden, denn der Matchball war drin." Zuvor erklärte er, die Flucht seiner Tochter nach Australien, wohin sie mit zwölf Jahren zusammen mit ihren Eltern ausgewandert war, sei durch "kroatische Nationalisten und den Vatikan" organisiert worden. "Sie haben Jelena mit einer Gehirnwäsche manipuliert", behauptete Damir Dokic in dem Zeitungs-Interview.



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