Entscheidung in Kopenhagen IOC-Chef Rogge für vier Jahre wiedergewählt

Jacques Rogge bleibt weitere vier Jahre Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Die Vollversammlung in Kopenhagen sprach dem Belgier in geheimer Abstimmung das Vertrauen aus - einen Gegenkandidaten hatte es nicht gegeben.

IOC-Präsident Rogge: Ohne Gegenkandidaten angetreten
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IOC-Präsident Rogge: Ohne Gegenkandidaten angetreten


Hamburg - Die 121. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sprach dem 67-jährige alten Belgier am Freitagvormittag in Kopenhagen das Vertrauen aus. Bei der geheimen Wahl durch die 93 anwesenden IOC-Mitglieder erhielt Rogge 88 Ja-Stimmen, bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme.

"Sie haben mir eine große Ehre erwiesen. Wir haben gemeinsam viel erreicht", sagte Rogge, der zur Wiederwahl für seine letzte Amtszeit ohne Gegenkandidat angetreten war. Der Olympia-Teilnehmer von 1968, 1972 und 1976 im Segeln hatte auf eine Mandatsverlängerung per Akklamation verzichtet und auf eine geheime Abstimmung bestanden. "Ich wollte genau wissen, wie groß meine Unterstützung ist", begründete Rogge seine Entscheidung. Die Gegenstimme zeige, dass noch viel Arbeit vor ihm liege, so Rogge weiter.

Außerdem wurden Mario Pescante aus Italien und Ser Miang Ng (Singapur) wurden als neue Vizepräsidenten des IOC bestimmt. Das Duo folgt auf Chiharu Igaya (Japan) und Lambis Nikolaou (Griechenland), deren Amtszeit abgelaufen ist. Weitere Vize-Präsidenten sind der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach und Zaiqing Yu aus China.

"Die olympische Bewegung ist stärker und vereinter denn je. Ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben, aber jetzt gilt der Blick der Zukunft. Es gibt noch viel zu tun", so Rogge nach der Wahl.

Der ehemalige Chirurg hatte das Amt am 16. Juli 2001 vom jetzigen IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch übernommen und bisher vier Olympische Spiele (Salt Lake City 2002, Athen 2004, Turin 2006, Peking 2008) als Präsident miterlebt. Nach zwölf Jahren an der Spitze des IOC ist eine Wiederwahl nicht mehr möglich.

Direkt zu Beginn seiner Amtszeit hatte sich Rogge mit dem Korruptionsskandal um die Winterspiele 2002 konfrontiert gesehen. Die Kontroverse um die Vergabe nach Salt Lake City war am 11. Dezember 1998 auf der Exekutivtagung des IOC in Lausanne öffentlich gemacht worden. Zehn Komitee-Mitglieder verloren ihr Amt. Sie sollen mit Stipendien und Geschenken sowie Bargeld bestochen worden sein, um für Salt Lake City zu votieren.

jok/dpa/sid/AP



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