Betrug im Sport Entwurf für Anti-Doping-Gesetz sieht heftige Strafen vor

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, Preisgeld-Entzug und uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit: Der Entwurf für ein neues Anti-Doping-Gesetz geht sehr weit. Fraglich ist allerdings, ob der DOSB seine Zustimmung erteilt.
Blutproben für Dopinganalyse: Positive Probe Anfangsverdacht für Ermittlungen

Blutproben für Dopinganalyse: Positive Probe Anfangsverdacht für Ermittlungen

Foto: ? Valentin Flauraud / Reuters/ REUTERS

Hamburg - Das neue Anti-Doping-Gesetz nimmt konkrete Formen an und würde im Falle der Umsetzung Sportbetrüger in Deutschland hart bestrafen. Der neue Gesetzentwurf aus den Bundesministerien für Justiz und Inneres, der dem Deutschlandfunk und der "Berliner Zeitung" vorliegt, geht wesentlich weiter als die bestehende Regelung.

Demnach wird Doping zum Straftatbestand. Die uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit soll eingeführt werden, die eine Verschärfung der bislang gültigen Strafbarkeit für den Besitz "nicht geringer Mengen" darstellt. Zudem sollen nicht nur wie bislang die Hintermänner, sondern auch Kaderathleten unter Strafe gestellt werden, wenn sie gedopt haben oder nur in Besitz von Dopingmittel sind.

Dopern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, auf Erwerb und Besitz sollen bis zu zwei Jahre Haft stehen. Auch Preisgelder sollen künftig eingezogen werden können, wenn auch nur der Verdacht besteht, dass Doping im Spiel gewesen ist. Das Gesetz wird begrenzt angewandt auf Spitzenathleten, die mit dem Sport ihr Geld verdienen und Konkurrenten durch Manipulation schädigen.

"Wenn das alles so umgesetzt wird wie nun offenbar angedacht, wäre das ein großer Schritt für die Zukunft der Dopingbekämpfung und im Interesse eines sauberen Sports und unserer Spitzensportler", sagte Clemens Prokop. Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) war als strikter Befürworter eines scharfen Anti-Doping-Gesetzes zuletzt im Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) immer wieder ausgebremst worden.

DOSB will die Vorlage nun prüfen

Der DOSB, der einer derart tiefgreifenden Gesetzesreform wie nun angedacht bislang ablehnend gegenüberstand, will die Vorlage prüfen und zunächst keine Einschätzung abgeben. Die Sportgerichtsbarkeit soll das neue Gesetzt aber nicht aushebeln. Eine Befürchtung, die beim DOSB im besonderen Maße ausgeprägt ist.

"Die Regelungen, die jetzt auch das Eigendoping und den bloßen Besitz von Dopingmitteln durch den Sportler unter Strafe stellen, sind schon weitreichend. Es bedeutet, dass eine positive Dopingprobe künftig immer einen Anfangsverdacht für Ermittlungen der Staatsanwaltschaft liefern wird", sagte Sportrechtler Marius Breucker.

ham/sid
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