Erfurter Dopingaffäre Nada fordert einjährige Sperre für Steigmiller

Die Nationale Anti-Doping Agentur will Jakob Steigmiller für ein Jahr sperren. Der Radprofi hat sein Blut vom Erfurter Sportmediziner Andreas Franke behandeln lassen, sagt aber, dies nur im Sinne der Gesundheit getan zu haben. Im Falle einer Sperrung will er seine Karriere beenden.

Radfahrer Steigmiller: Hat sein Blut beim Erfurter Sportmediziner Franke behandeln lassen
DPA

Radfahrer Steigmiller: Hat sein Blut beim Erfurter Sportmediziner Franke behandeln lassen


Hamburg - In der Affäre um das mit UV-Licht behandelte Blut droht Nachwuchsradsportler Jakob Steigmiller nur eine jährige Dopingsperre wegen verminderter Schuldfähigkeit. Dies bestätigte dessen Manager Jörg Werner. "Ja, Jakob hat am Dienstag von der Nationalen Anti-Doping Agentur den Schriftsatz zur Verfahrenseröffnung erhalten. Da geht es um ein Jahr", erklärte Werner und betonte: "Selbst, wenn ein Fehler festgestellt wird, der gegen den Anti-Doping-Code verstößt, liegt beim Sportler kein Verschulden vor." Sein Fahrer habe sich beim Arzt erkundigt und ihm vertraut.

Für den Fall einer Sperre kündigte der 22-jährige Steigmiller seinen Rücktritt an. In einem Interview sagte er dem Internetportal "radsport-news.com": "Zwar fordert die Nada wegen verminderter Schuldfähigkeit nur eine einjährige Sperre, aber auch das wäre gleichbedeutend mit dem Ende meiner Radsport-Karriere." Doch sei er optimistisch, dass alles gut für ihn ausgehen werde.

Steigmiller ist neben Eisschnellläuferin Judith Hesse der zweite Athlet, gegen den die Nada bisher ein Ermittlungsverfahren eröffnet hat. Hesse hatte sich selbst angezeigt. Der Radsportler habe nach eigenen Aussagen im vergangenen Winter nach einer Nasennebenhöhlenentzündung Andreas Franke, den damaligen Arzt des Olympiastützpunktes Erfurt, konsultiert und sich der umstrittenen UV-Methode unterzogen. Damit habe er seine Infektanfälligkeit beheben wollen.

leh/dapd



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