Erfurter Dopingaffäre Nada wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Nationale Anti-Doping-Agentur hat die Kritik von Wada-Generaldirektor David Howman im Zusammenhang mit der Erfurter Dopingaffäre zurückgewiesen. Howman hatte der Nada vorgeworfen nicht alle relevanten Unterlagen weitergereicht zu haben.
Blutprobe: "Wir arbeiten intensiv daran, Licht ins Dunkel zu bringen"

Blutprobe: "Wir arbeiten intensiv daran, Licht ins Dunkel zu bringen"

Foto: dapd

Hamburg - Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) wehrt sich gegen die Vorwürfe der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), in der sogenannten Erfurter Blut-Manipulations-Affäre nicht alle relevanten Unterlagen weitergereicht zu haben. Gleichzeitig soll es jedoch weiter intensive Gespräche zwischen beiden Institutionen zu diesem Thema geben. Das sagten Nada-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann und Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer.

Hintergrund des Konfliktes waren Aussagen von Wada-Generaldirektor David Howman vom Montag. Laut Howman sei die Auffassung der Wada, wonach UV-Blutbestrahlungen am Olympiastützpunkt Erfurt vor dem 1. Januar 2011 nicht als verboten anzusehen seien, von den konsultierten Experten nicht ausreichend geprüft worden und müsse daher neu bewertet werden. Ein Grund dafür sollen fehlende Unterlagen von der Nada gewesen sein.

"Wir arbeiten intensiv daran, Licht ins Dunkel zu bringen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass irgendetwas nicht rübergekommen ist", sagte Gotzmann und betonte, die bisherige Kommunikation sei immer problemlos und der Austausch seit Februar 2012 sehr rege gewesen: "Es ist komplett falsch, dass man da nicht drüber gesprochen hat. Da herrscht Waffengleichheit."

Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), verteidigte die Nada: "Ich finde das Vorgehen von David Howman nicht seriös. Die Wada kann nicht im April diese und im Mai eine andere Meinung haben." Er sitze im Aufsichtsrat der Nada und wisse, "dass alle zur Beurteilung des Falles wichtigen Informationen an die Wada weitergeleitet und auch die richtigen Fragen gestellt wurden".

mib/dpa
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