Erik Zabel "Sehe schwarz für den Radsport"

In einem Interview hat sich der Topsprinter vom Team Telekom, Erik Zabel, über die augenblickliche Dopingdiskussion, schwer belehrbare Kollegen und die Zukunft seines Sports geäußert.

Berlin - Telekom-Sprinter Erik Zabel sieht schwere Zeiten auf den Radsport zukommen. "Man muss wohl schwarz sehen, wenn wir weiterhin wie Verbrecher behandelt und pauschal verurteilt werden", sagte der 30-Jährige im Interview mit dem "Berliner Tagesspiegel". Doping hält Zabel dabei für kein radsport-spezifisches Problem: "Im Radsport wird nicht mehr gedopt als in anderen Sportarten auch. Nur mit dem Unterschied, dass nirgendwo sonst solche Kontrollen wie beim Giro durchsetzbar wären."

Medikamente als Dopingmittel bezeichnet


Dass der Radsport massiert von Dopingvergehen betroffen ist, sei ein falscher Eindruck, "der nur entstehen konnte, weil Verdächtigungen ausgesprochen wurden, die haltlos sind, und weil Medikamente als Dopingmittel bezeichnet wurden, für die die Fahrer ärztliche Atteste hatten."

Eine gewisse Schuld des schlechten Images richtete der Telekom-Fahrer, der zuletzt fünfmal in Folge das Grüne Trikot des besten Sprinters bei der Tour de France gewonnen hatte, allerdings auch an die Athleten: "Das ist der andere Punkt, der mich schwarz sehen lässt für meinen Sport. Dass es offensichtlich immer noch Kollegen gibt, die betrügen und dabei sogar schwere gesundheitliche Schäden in Kauf nehmen."

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