Erschöpfungssyndrom Skispringer Schmitt muss um Olympiastart bangen

Rückschlag für die deutschen Skispringer: Martin Schmitt leidet unter einem schleichenden Erschöpfungssyndrom und muss um Olympia zittern. Mannschaftsarzt Mark Dorfmüller diagnostizierte die Erkrankung nach ausgiebigen Bluttests und verordnete eine längere Weltcup-Pause.

Skispringer Schmitt: "Ich fühle mich platt"
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Skispringer Schmitt: "Ich fühle mich platt"


Hamburg - "Martin ist nicht gesund. Da liegt mehr im Argen als nur eine kleine Formschwäche", hatte Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster bereits vor der Diagnose gesagt. Dorfmüller stellte "ein von mehreren Faktoren ausgelöstes Defizit im Energiestoffwechsel" fest und verordnete Schmitt aktive Regeneration. Vermutet wird, dass dem 31-Jährigen das jahrelange Abnehmen die letzten Kräfte geraubt hat. "Er hat den Energiehaushalt eines 80-Jährigen", sagte Dieter Thoma der "Bild am Sonntag".

Schmitt hatte in den vergangenen Wochen sportlich enttäuscht - bei der Vierschanzentournee war ein 21. Rang seine beste Platzierung - und sich dabei nicht immer hundertprozentig fit gefühlt. "Die medizinischen Tests haben mein Gefühl bestätigt. Jetzt werde ich die Energiespeicher erst einmal auffüllen und einige Ruhetage einschieben", sagte Schmitt: "Mein Ziel ist es, danach wieder schnellstmöglich fit zu werden, um mich dann intensiv auf die Olympischen Spiele vorzubereiten."

Ob er in den verbleibenden Wochen bis Vancouver rechtzeitig in Form kommt, steht allerdings nicht fest. Während der Großteil des deutschen Olympia-Teams bis auf Michael Neumayer auf den anstehenden Weltcup in Sapporo verzichtet und ein Sondertraining einlegt, muss Schmitt pausieren. Wann der geplante Trainings-Neuaufbau auf einer kleinen Schanze beginnen kann, ist ungewiss. Möglicherweise wird Schmitt überhaupt gar keinen Weltcup mehr bis Olympia bestreiten.

"Er wird nicht an den nächsten Weltcup-Springen teilnehmen. Stattdessen werden wir gezielt einen Formaufbau für die Olympischen Spiele betreiben. Wir brauchen einen starken Martin bei Olympia", sagte Schuster. Schmitt, der sich die Olympia-Norm bereits gesichert hat, hatte in den vergangenen Wochen immer wieder über mangelnde Frische geklagt. "Ich fühle mich platt. Die körperlichen Werte sind mindestens so wie im vergangenen Winter, aber das Gefühl ist anders. Es ist eine Gratwanderung. An Tagen, an denen ich mich gut fühle, kann ich ganz gut mithalten, an anderen nicht", hatte Schmitt gesagt.

goe/sid



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