Fahrerlaubnis Österreicher distanzieren sich von Ullrich

In den vergangenen Tagen wurden Gerüchte laut, dass Jan Ullrich demnächst für den österreichischen Radsportverband ÖRV starten wolle. Jetzt hat der Verband erklärt, dass er auf ein prominentes Neumitglied sehr gut verzichten könne. Die Profi-Teams verschärfen unterdessen ihre Doping-Regeln.


Wien - Es habe "keinerlei Einladungen oder Angebote seitens des ÖRV an Herrn Ullrich gegeben, sich in Österreich um einen Wohnsitz und eine Lizenz zu bewerben", heißt es in einer Presseerklärung des Verbandes. Der ÖRV benötigt demnach "keine zusätzlichen Herausforderungen oder Aufgaben im Zusammenhang mit dem Fall Ullrich". Die Verbandsführung reagierte damit auf die Aussagen ihres Generalsekretärs Rudolf Massak, der dem ehemaligen T-Mobile-Star eine Lizenz in Aussicht gestellt hatte. Massak habe "einzig und allein auf die Gesetzeslage bei der Vergabe von Lizenzen hingewiesen", stellte der Verband klar. Der Geschäftsführer sagte in der "Süddeutschen Zeitung", er sei missverständlich zitiert worden. Fest steht aber: Solange Ullrich nicht des Dopings überführt ist, kann er eine Startfreigabe in Österreich erhalten.

Ex-Profi Ullrich: Österreich oder doch nicht Österreich?
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Ex-Profi Ullrich: Österreich oder doch nicht Österreich?

Nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur Apa hatte Ullrich-Manager Wolfgang Strohband beim ÖRV wegen einer Lizenz für den 32-Jährigen angefragt, nachdem dieser wegen der laufenden Dopingermittlungen aus dem Schweizer Verband ausgetreten war und somit ohne Lizenz ist. Strohband wollte die Meldung weder bestätigen noch dementieren, beim österreichischen Verband war für eine Nachfrage bislang niemand zu erreichen.

Um in Zukunft eindeutigere Ergebnisse bei Dopingverdacht erzielen und verdächtige Proben eindeutiger zuordnen zu können, haben sich die Team-Manager der ProTour-Mannschaften, die im Rahmen der Tour-de-France-Präsentation in Paris zusammenkamen, darauf geeinigt, dass sie von ihren Fahrern zukünftig DNA-Proben einfordern wollen. Die Neuregelung soll ab 1. Januar 2007 in Kraft treten.

Die 94. Auflage der Frankrich-Rundfahrt beginnt am 7. Juli 2007 mit dem Prolog in London und endet am 29. Juli nach 20 Etappen in Paris. Sie führt über 3547 km zuerst durch die Alpen und dann durch die Pyrenäen. Auf dem Programm stehen sechs Hochgebirgsetappen mit drei Gipfelankünften, darunter als 16. Abschnitt die Königsetappe auf den Aubisque in den Pyrenäen.

all/sid



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