Fecht-WM Duplitzer-Sturz überschattet letzten Wettkampftag

Schock bei der Fecht-WM: Imke Duplitzer ist während des Kampfes um Team-Bronze schwer gestürzt und musste ins Krankenhaus. Die Fechterinnen verloren, die Florett-Herren holten hingegen Bronze. Unter den Verantwortlichen macht sich nach dem enttäuschenden WM-Abschneiden Unmut breit.

Fechterin Duplitzer (l.): Mit Halskrause ins Krankenhaus
DPA

Fechterin Duplitzer (l.): Mit Halskrause ins Krankenhaus


Hamburg - Sie flog über ihre Gegnerin und prallte mit dem Kopf auf den Boden: Imke Duplitzer hat während des Degen-Teamwettkampfes um Platz drei gegen Gastgeber Italien für einen Schockmoment gesorgt. Die ehemalige Europameisterin musste nach ihrem Sturz minutenlang behandelt werden und wurde anschließend zur Untersuchung ins Krankenhaus eingeliefert. Laut der deutschen Mannschaftsleitung sei Duplitzer ansprechbar gewesen.

Nach Angaben der Veranstalter befindet sich die 36-Jährige mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Sie habe lediglich eine Nackenprellung erlitten. Für Duplitzer wurde Ricarda Multerer eingewechselt, das Team verlor den Kampf um Bronze gegen Italien 33:45.

Besser machte es am Sonntagabend die Herren-Florettmannschaft des Deutschen Fechter-Bund (DFeB): Das Team mit Peter Joppich, Benjamin Kleibrink, Sebastian Bachmann und André Weßels holte durch ein 45:33 gegen Polen die Bronzemedaille. Doch auch dieser Erfolg konnte nicht über die überwiegend schwachen Leistungen des DFeB-Teams hinwegtäuschen. Nach Einzel-Silber durch Säbelfechter Nicolas Limbach war es erst die zweite Medaille.

Im Damensäbel gab es einen Absturz auf Rang 13, die jahrelang vom Erfolg verwöhnte weibliche Florett-Mannschaft wurde nur Neunte und muss um den Start bei den Olympischen Spielen bangen. Schlechter war die WM-Bilanz zuletzt 1982 mit zwei dritten Plätzen. Das bisher letzte Mal war Deutschland bei der Heim-WM 2005 in Leipzig ohne Titel geblieben

Die magere Ausbeute sorgt nun für Frust. "Wir schaffen es nicht mal, dass wir zehn Leute haben, die wirklich Leistungssport machen wollen", sagte der Degen-Weltranglistenerste Jörg Fiedler, der ebenfalls früh scheiterte, dem MDR. Er forderte, dass nun "Klartext" geredet werden müsse. Fechter-Chef Gordon Rapp sprach von einem "kleinen Problem" am Olympia-Stützpunkt Tauberbischofsheim. "Das Hauptzentrum muss einfach mehr Erfolge erzielen", sagte auch Sportdirektor Manfred Kaspar.

bka/dpa



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