Fecht-Weltmeisterschaften Hartung fehlen vier Treffer für eine Medaille

Der deutsche Fechtsport steckt seit Jahren in der Krise. Bei der WM in Budapest hoffte man auf Medaillen, doch die größten Einzelhoffnungen Max Hartung und Alexandra Ndolo gingen leer aus.

Max Hartung verpasst in Budapest das Halbfinale
Federico Gambarini DPA

Max Hartung verpasst in Budapest das Halbfinale


Max Hartung liegt in der inoffiziellen Weltrangliste der Säbelfechter auf dem zweiten Platz. Der deutsche Athletensprecher galt im Vorfeld der WM in Budapest deshalb als einer der wenigen Medaillenkandidaten in einer Sportart, die es seit Jahren nicht schafft, an ihre glorreiche Vergangenheit anzuknüpfen. Umso enttäuschter war Hartung, als er im Viertelfinale gegen den auf Weltranglistenplatz 27 notierten Mojtaba Abedini (Iran) verlor.

"Klar bin ich enttäuscht", sagte der 29-Jährige nach dem 11:15 gegen Abedini. "Es ist halt immer schade, im Viertelfinale so nah an der Medaille zu verlieren." Ein Platz unter den ersten Vier hätte Bronze garantiert, da bei Weltmeisterschaften keine kleinen Finals ausgefochten werden.

Weil zuvor auch Degenfechterin Alexandra Ndolo im Achtelfinale ausgeschieden war, ging der Deutsche Fechter-Bund am ersten Hauptrunden-Tag komplett leer aus. Die beiden EM-Dritten Hartung und Ndolo galten im Einzel als die größten Trümpfe des Verbands, um das WM-Debakel von 2018 im chinesischen Wuxi ohne Edelmetall schnell vergessen zu machen.

"Es war kein schlechter Tag", sagte Hartung, der in den Runden zuvor den Kanadier Fares Arfa (15:8), den Chinesen Deng Xiaohao (15:12) und den früheren Welt- und Europameister Tiberiu Dolniceanu aus Rumänien (15:13) geschlagen hatte. Abedini aber habe "einen ganz eigenen Rhythmus", sagte Hartung. "Eigentlich kennt man das, aber wenn man da nicht richtig reinkommt, und das ist mir passiert, wird es schwer."

Ndolo packte nach ihrer 12:15-Niederlage gegen Lis Rottler-Fautsch aus Luxemburg ihre Tasche und verschwand wortlos aus der Halle. Besonders bitter war das Aus der einzigen für die Hauptrunde qualifizierten deutschen Degenspezialistin, weil diese zuvor die noch amtierende Weltmeisterin Mara Navarria aus Italien 15:14 aus dem Turnier geworfen hatte.

krä/dpa



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