Fechten Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Emil Beck

Wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue ist der ehemalige Fecht-Bundestrainer Emil Beck erneut ins Visier der Justiz geraten.


Mosbach - Die Staatsanwaltschaft Mosbach hat am Montag Ermittlungen gegen den ehemaligen Fecht-Bundestrainer wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue aufgenommen. Nach den abgeschlossenen Vorermittlungen habe sich der Anfangsverdacht erhärtet. "Wir überprüfen auch Personen aus dem Umfeld von Emil Beck und rechnen mit umfangreichen Ermittlungen", sagte Oberstaatsanwalt Peter Johe.


Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen sind unter anderem Geschäfte der Firma "Advanced Medical Systems" (AMS) mit der physiotherapeutischen Abteilung des Fechtzentrums. Emil Beck war Gesellschafter der AMS, Sohn Frank Geschäftsführer. Die Firma soll Geräte für mehr als eine halbe Millionen Mark verkauft haben. Der medizinische Nutzen dieser Geräte ist zumindest umstritten.

Die Staatsanwälte interessieren sich auch für ein Darlehen der dem Olympiastützpunkt angeschlossenen Sportmarketing Tauberbischofsheim (SMT). Deren Geschäftsführer war bis Ende Februar Emil Becks Sohn Rene. Der 35-jährige Filius war zugleich in Personalunion Geschäftsführer des Golfclubs Kaiserhöhe. Der hochverschuldete Golfclub erhielt laut einem Bericht des Stuttgarter Wirtschaftsprüfers Günter Haaga 700.000 Mark von der SMT. Damit könnte Rene Beck unter das "Verbot der Selbstkontrahierung" fallen, nach dem im Geschäftsleben Vertragspartner nicht ein und die selbe Person sein dürfen.

Insgesamt verfügte die Familie während der Zeit von Emil Beck als Leiter des Olympiastützpunktes Tauberbischofsheim über jährliche Gesamteinkünfte von gut 760.000 Mark. Darin enthalten waren auch zuletzt 250.000 Mark per annum, die der 65-Jährige von der SMT für die Vermarktung seines Namens und die Betreuung von Sponsoren erhalten hat. Emil und Rene Beck hatten dies damit gerechtfertigt, dass im Gegenzug Millionenbeträge von Sponsoren gesammelt wurden.

Bereits vor einem Jahr hatte die Staatsanwaltschaft Mosbach gegen Emil Beck wegen des Verdachts auf Betrugs ermittelt, das Verfahren aber gegen Zahlung einer Geldbuße von 12.000 Mark eingestellt. Damals ging es um gefälschte Unterschriften von Fechtern, die ohne ihr Wissen als Trainingspartner ausgewiesen waren und für die unberechtigt Material abgerechnet worden war.



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