Betrugsversuch bei Radcross-WM UCI sperrt Belgierin sechs Jahre wegen Motordopings

Der Weltverband hat die Radcross-Fahrerin Femke Van den Driessche für sechs Jahre gesperrt. Die Belgierin war mit einem Hilfsmotor im Fahrrad erwischt worden, hatte aber ihre Unschuld beteuert.
Femke Van Den Driessche

Femke Van Den Driessche

Foto: AFP

Der Radsport-Weltverband UCI hat im ersten bekannten Motordoping-Fall eine harte Strafe ausgesprochen. Die Radcross-Fahrerin Femke Van den Driessche wurde für sechs Jahre gesperrt. Wie die UCI bekannt gab, gilt die Sanktion rückwirkend vom 11. Oktober 2015 an, die 19-jährige Belgierin muss zusätzlich 20.000 Schweizer Franken zahlen und auch die Prozesskosten übernehmen.

Van den Driessche war Ende Januar bei den Radcross-Weltmeisterschaften im belgischen Zolder erwischt worden. Ihr Rad wurde nach dem U23-Rennen wegen eines verbotenen Hilfsmotors beschlagnahmt. Van den Driessche hatte geschockt reagiert und beteuert, dass es sich um ein großes Missgeschick handele.

Anders sah dies UCI-Präsident Brian Cookson. "Es ist absolut eindeutig, dass ein technischer Betrug vorliegt", sagte er. Im Rahmen der Strafe wurden alle Ergebnisse von Van den Driessche seit dem 11. Oktober gestrichen. Damit verliert sie ihre U23-Titel als Europameisterin und belgische Meisterin.

Zuletzt hatte der lebenslang gesperrte italienische Dopingarzt Michele Ferrari behauptet, dass seit 2005 bei Rennen mit Hilfsmotoren gearbeitet wird. Die UCI setzt bei der Aufklärung von Motordoping auf Magnetresonanz-Untersuchungen per Tablet und bezeichnete diese Methode in einer Stellungnahme unlängst als "äußerst effizient".

Nach Angaben des Weltverbandes wurden in diesem Jahr bei den Bahnrad-Weltmeisterrschaften in London 274, bei der Flandern-Rundfahrt 216 und bei Paris-Roubaix 232 Tests durchgeführt.

bka/sid