Fifa-Kongress Palästina zieht Antrag auf Ausschluss Israels zurück

Rückzieher im letzten Moment: Der palästinensische Fußball-Verband hat beim Fifa-Kongress kurz vor der Abstimmung seinen Antrag auf einen Ausschluss Israels zurückgezogen - auf Bitten zahlreicher anderer Verbandsvertreter.
Verbandspräsidenten aus Palästina und Israel: Versöhnliche Geste

Verbandspräsidenten aus Palästina und Israel: Versöhnliche Geste

Foto: Walter Bieri/ dpa

Es wurde intensiv diskutiert, doch am Ende reichten sich Palästinas und Israels Verbandspräsidenten, Jibril Al Rajoub und Ofer Eini, die Hand. Der palästinensische Fußball-Verband hat beim Fifa-Kongress in Zürich kurz vor der Abstimmung seinen Antrag auf einen Ausschluss Israels aus dem Weltverband zurückgezogen. Israel bleibt damit Fifa-Mitglied.

Stattdessen soll eine Kommission die Bewegungsfreiheit der Spieler in Palästina überwachen. Die Fifa-Mitgliedsverbände stimmten in Zürich mit 165:18 Stimmen für einen entsprechend kurzfristig geänderten Antrag Palästinas.

Zahlreiche andere Verbandsvertreter hätten ihn darum gebeten, den ursprünglichen Antrag zur Suspendierung zurückzuziehen, sagte Al Rajoub. "Das heißt aber nicht, dass ich meinen Widerstand aufgeben werde. Das ist für mich keine emotionale Frage, es geht für mich um Leben und Tod."

Die Palästinenser werfen den Israelis vor, die Entwicklung des Fußballs in Palästina und die Bewegungsfreiheit von Spielern zu behindern. Eine Kommission soll nun Letzteres überwachen. Die zusätzliche Forderung Palästinas, fünf israelischen Klubs in besetzten Gebieten das Bestreiten von Spielen zu verbieten, fiel weg. "Es liegt an Israel zu helfen und etwas mehr mit Palästina zu teilen", sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter.

mrr/dpa