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03. April 2005, 19:19 Uhr

Flandern-Rundfahrt

Großes Rennen von Klier und Zabel

Obwohl das T-Mobile-Team weiter dem ersten Saisonsieg hinterher strampelt, war der Bonner Radrennstall mit seinem Abschneiden bei der Flandern-Rundfahrt sehr zufrieden. In einer Ausreißergruppe fuhren Andreas Klier und Erik Zabel über die „Mauer von Geraardsbergen“ um den Sieg mit.

Starkes Duo in Magenta: Klier (l.) und Zabel
DPA

Starkes Duo in Magenta: Klier (l.) und Zabel

Meerbeke - Hinter dem Belgier Tom Boonen (Quick Step) belegte Klier nach den 256 Kilometern von Brügge nach Meerbeke Platz zwei vor Boonens Landsmann Peter van Petegem und Zabel, der voller Genugtuung sagte: "Das Rennen war für mich ein Traum. Endlich war ich bei einem Klassiker einmal ständig im Fernsehen zu sehen. Nach der Häme der letzten Wochen haben wir gezeigt, dass wir doch ein Superteam sind."

Überglücklich war auch der langjährige Teamchef Walter Godefroot, der in seiner aktiven Zeit die "Ronde" zweimal gewann: "T-Mobile ist wieder da - wir können nun hoch erhobenen Hauptes in die weitere Saison gehen, auch wenn es zum ersten Sieg nicht ganz gereicht hat. Boonen war heute einfach der Beste, aber das waren trotzdem Husarenritte unserer Mannschaft, die unglaublichen Charakter gezeigt hat." Der Belgier spielte darauf an, dass das Team zur Hälfte des Rennens eine Hiobsbotschaft erreicht hatte: Vorjahressieger Steffen Wesemann musste mit Magenkrämpfen aufgeben. "Es ging einfach nicht mehr", sagte der 34-Jährige, der ausstieg, bevor es über den ersten der 17 Anstiege ging. Wesemann hatte sich die Darminfektion am Donnerstag zugezogen. Der Wahl-Schweizer hatte 2004 die Flandern-Rundfahrt als erst zweiter Deutscher nach Rudi Altig 1964 gewonnen.

Als es in die berüchtigte "Mauer von Geraardsbergen" 16 Kilometer vor dem Ziel mit bis zu 20 Prozent Steigung hoch ging, war die T-Mobile dennoch in der Sechser-Fluchtgruppe mit zwei Fahrern, Klier und Zabel vertreten. Nach Wesemanns Aufgabe hatte Zabel sofort ein Zeichen gesetzt und sich immer wieder Tempo für Klier, nach Wesemann zweiter Sieganwärter von T-Mobile, gemacht. Der 34-Jährige schuftete wie ein Wasserträger und nahm mehrere Steigungen an der Spitze des Feldes. Er knüpfte damit an sein wohl bestes Jahr 2000 an, als er in Flandern schon einmal Vierter geworden war.

Acht Kilometer vor dem Ziel setzte sich Top-Favorit Boonen ("Ich wollte es nicht auf einen Sprint gegen Zabel ankommen lassen") schließlich ab und triumphierte in 6:22: 49 Stunden vor Klier (33 Sekunden zurück).

Am Start war auch der sechsmalige Toursieger Lance Armstrong, der für seinen Teamgefährten George Hincapie den Wasserträger spielen wollte und sich bis 30 Kilometer vor Schluss achtbar im Vorderfeld hielt. Sein deutscher Herausforderer Jan Ullrich wird ab Dienstag bei der Sarthe-Rundfahrt in Frankreich sein Saisondebüt geben.

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