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WM-Kampf in Las Vegas: Pacquiao rennt an, Mayweather kontert

Foto: STEVE MARCUS/ REUTERS

"Kampf des Jahrhunderts" Mayweather schlägt Pacquiao klar nach Punkten

Der versprochene Jahrhundertkampf war es nicht, aber Floyd Mayweather und Manny Pacquiao boten bei ihrem WM-Fight gutes Boxen. Das Ergebnis: Der US-Amerikaner feierte im 48. Profikampf seinen 48. Sieg.

Der "Kampf des Jahrhunderts" hat einen eindeutigen Sieger: Floyd Mayweather hat den WM-Fight im Weltergewicht in Las Vegas gegen Manny Pacquiao klar gewonnen. Die drei Punktrichter sahen den 38-Jährigen nach zwölf Runden mit 118:110, 116:112, 116:112 vorn.

Mayweather sicherte sich damit die WM-Gürtel der Verbände WBC, WBO und WBA. Pacquiao kann sich mit einer Kampfbörse von 120 Millionen US-Dollar trösten, der Gewinner bekommt gut 180 Millionen - es war damit der höchstdotierte Kampf der Boxgeschichte.

"Ich musste alles geben, um diesen Kampf zu gewinnen. Ich weiß jetzt, warum Manny Pacquiao so berüchtigt ist. Ich danke Gott für diesen Sieg", sagte Mayweather. Pacquiao sagte: "Ich dachte, dass ich diesen Kampf gewonnen hätte, denn er hat zu wenig gemacht. Er war sicher nicht übermächtig stark."

Der Kampf begann überraschend. Anders als erwartet setzte Defensivkünstler Mayweather die ersten Treffer. Der Favorit war der agilere Mann im Ring. Der drei Zentimeter kleinere Pacquiao kam kaum in die richtige Schlagdistanz. Erst kurz vor Schluss der zweiten Runde landete der Mann von den Philippinen mit seiner Linken den ersten klaren Treffer.

Mayweather kann den Schlägen ausweichen

Ein ähnliches Bild in der dritten Runde: Pacquiao drängte Mayweather zwar in die Ringseile, der Amerikaner konnte den meisten Schlägen aber ausweichen. Mehrfach musste Ringrichter Bayless die beiden trennen, weil Mayweather seinen Gegner mit den Ellbogen nach unten drückte.

In Runde vier wurde Pacquiao stärker. Zum ersten Mal gelang es ihm, nah an Mayweather zu kommen. Der musste einige Kombinationen einstecken und wirkte ziemlich passiv.

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Foto: JAMIE SQUIRE/ AFP

Die fünfte Runde verlief ausgeglichen, in Runde sechs übernahm Publikumsliebling Pacquiao wieder das Kommando. Er bestimmte den Kampf aus der Ringmitte und schlug mehrere Kombinationen. Mayweather schüttelte zwischendurch demonstrativ den Kopf, um zu zeigen, dass er nicht getroffen worden sei.

Zum Beginn der zweiten Kampfhälfte übernahm der US-Boxer wieder die Initiative. Er hielt den aggressiven Pacquiao mit der Führhand auf Distanz, zwischendurch geriet der Philippiner sogar ins Wanken, weil sich die Füße der Boxer verhakt hatten. Doch auch Pacquiao konterte gefährlich mit seinem Jab.

In der achten Runde zeigte Mayweather, warum er als bester Defensivboxer der Welt gilt. Er pendelte die Angriffe seines Gegners geschickt aus und konterte zweimal mit der Rechten. Zudem brachte er einen linken Haken ins Ziel. Nach Pacquiaos Zwischenhoch zur Kampfmitte übernahm nun wieder Mayweather das Kommando.

Dieses Bild setzte sich in der neunten Runde fort: Pacquiao schaffte es nicht häufig genug, nah an den Mann zu kommen, Mayweather schlug seltener, aber präziser. Er war Herr im Ring.

Pacquiao versuchte es unermüdlich weiter. Doch wenn er Mayweather wie in der zehnten Runde mal stellte, landete er nur Einzelschläge, die keine Wirkung zeigten.

Damit war zwei Runden vor Schluss klar, dass Pacquiao alles riskieren und auf einen K.o-Erfolg hoffen musste. Doch dem 36-Jährigen gingen offenbar die Kräfte aus. In der elften Runde traf Mayweather seinen Gegner mehrfach mit harten Rechten - es war die beste Runde des Amerikaners.

Die letzte Runde war dann eine weitere Demonstration des Siegers, er hielt seinen Kontrahenten spielend auf Distanz. Pacquiao schien zu erschöpft, um noch einmal gefährlich zu werden. Er riss zwar nach dem Schlussgong die Arme nach oben, doch auch ihm war klar: Der Abend hatte einen eindeutigen Sieger - Floyd Mayweather.

syd
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