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18. November 2018, 16:39 Uhr

Flörsch-Unfall

"Das war ein Organisationsfehler"

Die deutsche Nachwuchsrennfahrerin Sophia Flörsch befindet sich nach einem schweren Crash in der Formel 3 im Krankenhaus. Ein Kollege sieht die Schuld bei der Rennleitung.

Der Internationale Automobilverband (Fia) hat nach dem schweren Unfall der deutschen Nachwuchspilotin Sophia Flörsch beim Weltfinale der Formel 3 in Macao Untersuchungen eingeleitet. Der Fahrer Guan Yu Zhou, Teamkollege von Mick Schumacher, behauptet, unmittelbar vor dem Vorfall gelbe Warnlampen auf der Geraden gesehen zu haben. Der Chinese fuhr zum Zeitpunkt des Unfalls direkt hinter der 17-Jährigen und konnte die Szene aus der Nähe beobachten.

"Ich denke, das war ein Organisationsfehler. Sophia war sehr nahe an Jehan Daruvala dran, und als der früh bremste, hatte sie keine Zeit zu reagieren", sagte Zhou über den Unfallhergang. "Sie hat mit ihrem Auto den rechten Hinterreifen von Jehans Auto getroffen, und wurde in die Luft geschleudert - bis in den Fangzaun der Lisboa-Kurve." Flörsch hob mit ihrem Wagen von der Strecke ab, flog aus der Kurve, durchbrach den Zaun bei etwa 270 Kilometern pro Stunde fast ungebremst und stürzte nach der Kollision mit einer Begrenzungsbefestigung auf den Boden.

Die Fahrerin war umgehend ins Krankenhaus gebracht worden, wo eine Wirbelsäulenfraktur diagnostiziert wurde. Am Montag soll sie in Macao operiert werden. "Wir müssen uns bei den Engeln bedanken, die sie heute bei sich hatte", sagte Flörschs Teamchef Frits van Amersfoort. Später meldete sich die Fahrerin auch selbst per Twitter zu Wort, informierte über ihren Gesundheitszustand und bedankte sich für die Anteilnahme.

Das Rennen war nach einer einstündigen Unterbrechung wieder gestartet worden. Am Ende siegte der Brite Daniel Ticktum vor Joel Eriksson aus Schweden und dem Franzosen Sacha Fenestraz. Mick Schumacher kam als Sechster ins Ziel.

Flörsch startet seit dieser Saison in der Formel 3, wo sie für den niederländischen Rennstall Van Amersfoort an den Start geht. Vor ihrem Wechsel in die höhere Klasse war sie in der Formel 4 als erste Frau zweimal auf das Podium gefahren. Als Fernziel hat sie angegeben, es in die Formel 1 schaffen zu wollen.

tip/dpa

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