Formel-3-Finale Flörsch nach schwerem Unfall im Krankenhaus

Die deutsche Nachwuchsrennfahrerin Sophia Flörsch ist beim Finale der Formel 3 in einen schweren Unfall verwickelt worden. Die 17-Jährige soll eine Verletzung an der Wirbelsäule erlitten haben.

Der Stadtkurs in Macau
imago/ HochZwei/ Suer

Der Stadtkurs in Macau


Das Finale der Formel 3 in Macau ist nach einem schweren Unfall der deutschen Fahrerin Sophia Flörsch unterbrochen worden. Auf dem engen Stadtkurs hob die 17-Jährige mit ihrem Rennwagen aus bisher unbekannten Gründen an einer der schnellsten Stellen ab, durchbrach praktisch ungebremst einen Fangzaun, ehe sie in die Begrenzungsbefestigungen in mehreren Metern Höhe einschlug. Der Wagen stürzte daraufhin zurück auf den Boden. Die Formel-3-Autos erreichen vor der Lisboa-Kurve Geschwindigkeiten von bis zu 280 Stundenkilometer.

Über Flörschs Gesundheitszustand gibt es noch keine endgültigen Angaben. Der Motorsport-Weltverband hatte bekanntgegeben, sie sei bei Bewusstsein und für weitere Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Das gilt auch für vier weitere Personen (zwei Fotografen, ein Streckenposten und der Pilot Shou Tsuboi), die in den Unfall verwickelt waren. Wenig später teilte der Veranstalter mit, Flörsch habe eine Fraktur der Wirbelsäule erlitten. Ihrem Vater zufolge habe Flörsch keine Lähmungserscheinungen und könne alles bewegen. Sie selbst kündigte via Twitter eine Operation am Montag an:

Das Rennen wurde nach einer einstündigen Unterbrechung wieder gestartet, es gewann der Brite Daniel Ticktum vor Joel Eriksson aus Schweden und dem Franzosen Sacha Fenestraz.

Sophia Flörsch
imago/ Kirchner-Media

Sophia Flörsch

Schon zum Zeitpunkt der Unterbrechung führte Ticktum das Rennen an, Mick Schumacher belegte Platz sechs und wurde in der Endabrechnung Fünfter. "Ich hoffe, dass alle okay sind", sagte Schumacher, der nichts von dem Unfall mitbekommen hatte, weil Flörsch auf Position 15 hinter ihm fuhr.

Kritik an dem gefährlich engen Stadtkurs gab es vonseiten der anderen Fahrer nicht. Bei der Siegerehrung wurde Sieger Ticktum gefragt, wie sehr er den Kurs möge: "Das ist rhetorisch, ich habe mich das erste Mal verliebt, als ich hier war."

Flörsch, die den Aufstieg in die Formel 1 als ihr Karriereziel ausgegeben hat, startet seit dieser Saison in der Formel 3 für den niederländischen Rennstall Van Amersfoort. Zuvor war sie in der Formel 4 als erste Frau zweimal auf das Podium gefahren.

krä/dpa/sid

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
xylitol 18.11.2018
1. Sieht aus wie Gas und Bremse verwechselt...
Wünsche alles Gute, sieht wirklich schlimm aus...
hileute 18.11.2018
2. Gute Besserung
es grenzt fast an ein Wunder das dabei offensichtlich zum Glück nichts schlimmeres passiert ist.
widower+2 18.11.2018
3. Heftig
Sie ist an der Stelle ja (gefühlt) doppelt so schnell wie der Rest des Feldes, hat also offensichtlich vor der Kurve nicht gebremst. Das ist eigentlich nur erklärbar, wenn die Bremsen versagt haben oder sie ein gesundheitliches Problem hatte, wie zum Beispiel einen Schwächeanfall. Gute Besserung auf jeden Fall an sie und die Streckenposten. Sie fliegt mit ihrem Auto ja direkt über deren Köpfe hinweg. Das hätte ganz böse enden können..
denkmalnach2 18.11.2018
4. Verbieten!
Ich frage mich, was eine 17-jährige ohne höheren Schulabschluss oder sonstige Auffälligkeiten qualifiziert, die Formel1-Nachwuchshoffnung zu sein. Wie kommt man an solch einen Posten? Sowieso gehört der ganze Rennsport verboten, schließlich haben wir schon genug Feinstaub in der Luft. Formel1-Fahrverbote sind angesagt!
birdie 18.11.2018
5. Kinder und Halbwüchsige in Rennwagen zu setzen ....
zeugt nicht von Verantwortungsbewusstsein. Wenn sie Talent haben, dann sollten sie lang- und behutsam über gocarts und gesicherte Kleinwagen an diesen Sport herangeführt werden. Wobei die Fahrzeuge einem abgestuften Tempolimit von höchstens ??? kmh angepasst auf den jeweiligen Kurs versehen sein müssten. Keinesfalls aber sollte es möglich sein, dass sie mit 280 Sachen über eine Strecke brettern.
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