Formkrise Ullrichs Helfer Klöden bangt um Tour-Start

Elf Monate nach seinem spektakulären zweiten Platz hinter Seriensieger Lance Armstrong droht T-Mobile-Fahrer Andreas Klöden das Aus für die Tour de France. Der wichtigste Helfer von Kapitän Jan Ullrich patzte bei der Generalprobe "Dauphiné Libéré" gründlich.


Radsportler Ullrich (l.), Klöden: Helfer im Hintergrund
REUTERS

Radsportler Ullrich (l.), Klöden: Helfer im Hintergrund

Hamburg - Nach erheblichen Rückschlägen bei der Fernfahrt bangt der deutsche Straßenmeister um das Tour-Ticket. Auf zwei vergleichsweise leichten Flachabschnitten der "Dauphine" büßte der 29-Jährige in den Schlussphasen je elf Minuten auf die Hauptgruppe um Armstrong ein. Bei der Königsetappe am Samstag in den Savoyer Alpen spielte er im Finale der Favoriten keine Rolle. "Das Problem ist, dass Andreas zu schnell die Ohren hängen lässt, wenn es nicht richtig läuft. Er muss sich einfach durchbeißen", fordert Teamleiter Frans van Looy.

Noch hält sich die T-Mobile-Teamleitung mit der Nominierung des Tour-Kaders zurück. In der Form der letzten Tage allerdings dürfte Klöden keine Hilfe für das auf Ullrichs Sieg programmierte Team sein. Erneut ist die Unbeständigkeit in Klödens siebenjähriger Profikarriere die einzige Konstante. Nach seinem bislang besten Jahr 2000, als er Paris-Nizza, die Baskenland-Rundfahrt und Olympia-Bronze in Sydney gewann, folgte eine dreijährige Durstrecke. Die endete erst im vergangenen Jahr mit dem unerwarteten zweiten Platz bei der Tour.

Eine Ursache für das Dilemma könnte sein, dass Klöden dem Erfolgsdruck nicht gewachsen ist. Ähnliches hatte Teammanager Walter Godefroot bei Klödens Einbruch im April vermutet: "Er ist immer optimal gefahren, wenn er als Helfer von Ullrich ins Rennen ging. Er ist ein extremer Typ. Entweder extrem gut oder extrem schlecht".



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.