Franziska van Almsick Beide Trommelfelle geplatzt - Karriereende?

Auch nach dem enttäuschenden Olympiaauftritt reißt die Pechsträhne der Schwimmerin nicht ab. Nun hat sie sich eine schwere Ohrverletzung zugezogen und das Karriereaus droht.


Franziska van Almsick: "Ein bisschen viel Stress"
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Franziska van Almsick: "Ein bisschen viel Stress"

Hamburg - Die verkorksten Olympischen Spiele von Sydney haben bei Franziska van Almsick schwere Spuren hinterlassen. Beide Trommelfelle sind gerissen - aber trotz dieser Spätfolgen gibt der 22 Jahre alte Schwimmstar nicht auf. "Das hat nicht nur am Tauchen gelegen. Es war halt alles ein bisschen viel Stress", sagte Franziska van Almsick am Freitag nach der Rückkehr aus dem Urlaub auf den Malediven der Deutschen Presseagentur. "Ich habe Schmerzen, das ist nicht gerade angenehm." Eine Operation will sie möglichst vermeiden.

Die endgültige Entscheidung über die Fortsetzung oder das Ende ihrer Karriere will Franziska van Almsick erst in den kommenden Wochen fällen. Vieles weist darauf hin, dass "Franzi" nach dem für sie enttäuschenden Sydney-Verlauf noch einmal den Erfolg suchen wird.

In Sydney musste sich die ehrgeizige Athletin, die in Barcelona 1992 und in Atlanta 1996 jeweils Silber über 200 Meter Freistil gewann, mit Bronze in der 4x200-Meter-Kraulstaffel begnügen. Zu wenig, um aufzuhören. "Dieses innere Feuer, das ich dachte, das vielleicht erlischt, wenn ich in Sydney das erreicht hätte, was ich mir vorgenommen hatte, ist einfach nicht erloschen", sagt Franziska van Almsick.

Menschlich habe sie noch einiges aufzuarbeiten. "Es sind Sachen vorgefallen, die ich nicht so abhaken kann." Sportlicher Misserfolg, dazu Stress in der Mannschaft und herbe Kritik der Medien: Franziska van Almsick hatte in Sydney einiges wegzustecken. Der Urlaub konnte nicht alle Wunden heilen. "Solange ich mit mir selber noch nicht im Reinen bin, kann ich nicht sagen, ob ich in Zukunft schwimme oder ob ich nicht schwimme."



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