French Open Federer scheitert im Viertelfinale an Tsonga

Erstmals seit fünf Jahren steht wieder ein Franzose im Halbfinale der French Open: Jo-Wilfried Tsonga besiegt den Tennisstar Roger Federer in drei Sätzen - ohne auf große Gegenwehr zu stoßen. Der Verlierer gibt sich großzügig: Tsonga "war in allen Bereichen besser als ich".

Federer und Tsonga: "Danke, dass du mich hier hast gewinnen lassen"
AFP

Federer und Tsonga: "Danke, dass du mich hier hast gewinnen lassen"


Paris - Nach nur 1:51 Stunden musste sich Roger Federer geschlagen geben: Der langjährige Tennis-Weltranglisten-Erste ist bei den French Open im Viertelfinale am Franzosen Jo-Wilfried Tsonga gescheitert. Tsonga besiegte den Schweizer 7:5, 6:3, 6:3. Federer wirkte seltsam uninspiriert, kraftlos und schied aus. "Ich bin enttäuscht, dass ich kein besseres Match spielen konnte. Die Dinge sind nicht gut gelaufen für mich", sagte der Schweizer. Unter freundlichem Beifall, aber mit hängenden Schultern war er vom Center Court verschwunden.

Tsonga trifft in seinem ersten Paris-Halbfinale am Freitag auf David Ferrer. Der Weltranglisten-Fünfte hatte im spanischen Duell gegen Tommy Robredo wenig Mühe und siegte 6:2, 6:1, 6:1.

Federer war vor drei Jahren ebenfalls schon im Viertelfinale ausgeschieden. Im ersten Satz lag er 4:2 vorn, gab dann aber acht der folgenden neun Spiele ab. Nur bei drei Satzbällen in Serie gegen sich zeigte der 31-Jährige alte Klasse und wehrte sie ab, ehe ein Rahmentreffer den Verlust des Durchgangs besiegelte. Im dritten Satz holte der Rekordgewinner von 17 Grand-Slam-Turnieren ein Break auf, doch nach 1:51 Stunden war das Aus gegen Lokalmatador Tsonga besiegelt - zur Freude von 15.000 Fans auf dem sonnendurchfluteten, windigen Court Philippe Chatrier.

"Danke, dass du mich hier hast gewinnen lassen"

"Ich habe schon in den ersten sechs Spielen gemerkt, dass ich den Ball nicht richtig sehe. Er war in allen Bereichen besser als ich, es war sehr beeindruckend, wie er gespielt hat", sagte Federer. Er schlug nicht auf wie gewohnt, schon bei den Returns geriet er häufig unter Druck und machte viele Fehler. "Ich hatte Probleme, meinen Rhythmus zu finden. Es war einer jener Tage, die ich schnell vergessen muss. Normalerweise tue ich das." Helfen soll ihm sein Start beim Rasenturnier in Halle in der kommenden Woche.

Tsonga freute sich nach seinem vierten Sieg über Federer im 13. Vergleich über ein außergewöhnliches Match: "Das ist einer meiner besten Siege." Vor zwei Jahren hatte er den Baseler nach einem 0:2-Satzrückstand in Wimbledon ebenfalls ins Aus befördert. Bei der Gratulation habe er Federer diesmal gesagt: "Danke, dass du mich hier hast gewinnen lassen." Zuletzt stand vor fünf Jahren in Gael Monfils ein Franzose beim Grand-Slam-Heimspiel im Halbfinale. Letztmals hat vor 30 Jahren mit Yannick Noah ein Einheimischer gewonnen.

Tommy Haas tritt am Mittwoch (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) zu seinem Viertelfinale gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic an, außerdem trifft Titelverteidiger Rafael Nadal auf den Schweizer Stanislas Wawrinka. Die russische Vorjahressiegerin Marija Scharapowa spielt gegen die Serbin Jelena Jankovic, Australian-Open-Siegerin Victoria Asarenka aus Weißrussland trifft auf die Russin Maria Kirilenko.

sun/dpa/sid



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jesse01 04.06.2013
1. Fedex grottenschlecht !
woran hat es gelegen ? Dass man den Ball nicht richtig sieht, kann wohl keine entschuldigung sein. tsonga hatte ja dieselben bedingungen. ansonsten aber hat bei federer nichts gestimmt. erster service nicht vorhanden, kein returnspiel, rückhand komplett weg und wurde oft vor verzweiflung umlaufen und das feld damit für tsonga weit geöffnet. aber tsonga hat super gespielt und jeden ball nahezu voll getroffen und attackiert. alles oder nichts. oft geht das schief, heute hat es aus sicht tsongas geklappt. meiner meinung nach hätte auch ein djoker o. nadal heute problemem gegen tsonga bekommen.
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