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31. Mai 2006, 20:52 Uhr

French Open

Kiefer gewinnt Marathon-Match

Nach den ersten beiden Sätzen in der zweiten Runde der French Open sah Nicolas Kiefer bereits wie der sichere Sieger aus, dann drehte sein Gegner aus Frankreich nochmal auf. Am Ende setzte sich Kiefer dann aber durch. Ein anderer deutscher Profi schied aus. 

Paris - Nicolas Kiefer hat im Regen von Paris die Nerven behalten und sich in die dritte Runde der French Open gezittert. In einem teilweise spektakulären Spiel über mehr als sieben Stunden rettete sich die deutsche Nummer eins zu einem 6:0, 6:1, 5: 7, 3:6, 11:9-Erfolg über den Franzosen Marc Gicquel, der erst mit einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen war. "Es ist doch normal, dass man bei so einem Spiel nervös wird. Ich habe einfach nur gehofft, dass der letzte Ball ins Aus geht", sagte Kiefer nach dem Kraftakt mit drei Regenunterbrechungen.

Tennis-Profi Kiefer: "Normal, dass man nervös wird"
Getty Images

Tennis-Profi Kiefer: "Normal, dass man nervös wird"

Nachdem er nach 2:0-Satzführung bereits wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, kommt es nun zur Revanche gegen den Tschechen Tomas Berdych. Der hatte ihn in der Vorwoche beim Arag World Team Cup in Düsseldorf noch bezwungen und zog jetzt in Paris mit einem 6:3, 6:1, 6:1 über Filippo Volandri in die nächste Runde ein. Auch die Statistik spricht für Berdych. Denn bereits beim Daviscup 2005 in Liberec hatte der 20-Jährige gegen Kiefer die Oberhand behalten.

Weil der Regen am vierten Spieltag endgültig auch das kühle Paris im Griff hatte, musste Philipp Kohlschreiber lange auf sein Match gegen den früheren Paris-Sieger Juan Carlos Ferrero (Spanien) warten. Beim 2:6, 4:6, 2:6 hatte der Bamberger dann allerdings keine Siegchancen. Martina Müller (Hannover) durfte erst nach dem Kiefer-Sieg auf Court Nummer zwei gegen Francesca Schiavone (Italien/Nr. 9) antreten und kassierte mit 2:6, 2:6 ebenfalls eine deutliche Niederlage.

Seinen Job schnell erledigt hatte der Weltranglistenerste Roger Federer. Der Schweizer setzte sich 6:1, 6:4, 6:3 gegen Alejandro Falla (Kolumbien) durch. Die Hoffnungen der Gastgeber erfüllte die Weltranglistenerste Amelie Mauresmo, die gegen Wera Dutschewina (Russland) 6:1, 7:6 (7:5) gewann. 

Erst für Donnerstag sind die Partien der übrigen vier Deutschen in Paris angsetzt. Der kränkelnde Tommy Haas (Pollen-Allergie) wird dann nach seinem Erstrundensieg über Rainer Schüttler durch Alexander Waske schon wieder von einem Daviscup-Kollegen gefordert. "Ich werde rausgehen, Spaß haben und ohne Ende kämpfen. Ich habe ja nichts zu verlieren", kündigte Waske an.

mig/sid

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