Nadals zehnter French-Open-Titel "La Décima" für Sandplatzkönig Rafael 

Gegen den Sandplatzkönig hatte Stan Wawrinka keine Chance: Rafael Nadal ist zum zehnten Mal Champion der French Open. So oft hat noch nie ein Tennisprofi dasselbe Grand-Slam-Turnier gewinnen können.

AFP

Rafael Nadal ist seiner Rolle als Sandplatzkönig erneut gerecht geworden. Im Finale der French Open besiegte der Spanier seinen Gegner Stan Wawrinka aus der Schweiz souverän 6:2, 6:3, 6:1. Damit blieb der 31-Jährige im gesamten Turnierverlauf ohne Satzverlust.

Der Titel ist historisch: Der Linkshänder Nadal triumphierte beim Grand-Slam-Turnier in Paris zum zehnten Mal. In der Open Era seit 1968 (Beginn der Profizeit) ist es noch keinem Profi gelungen, ein und dasselbe Grand-Slam-Turnier so oft zu gewinnen. Bislang hatte sich Nadal den Rekord mit Martina Navratilova geteilt.

"Für mich ist das ein unglaublicher Moment, hier la Décima perfekt gemacht zu haben", sagte Nadal: "Das Gefühl, das ich hier habe, das Adrenalin, das ich hier spüre, ist mit keinem anderen Turnier zu vergleichen."

Nadal benötigte gerade einmal 2:05 Stunden für seinen Triumph beim mit 33,8 Millionen Euro dotierten Sandplatzklassiker. Im Endspiel gegen Wawrinka nutzte er nach nervösem Beginn seinen insgesamt sechsten Breakball und ging 4:2 in Führung. Wenig später profitierte Nadal beim Satzball von einem Fehler des 32-Jährigen.

Bezeichnend für den Frust von Wawrinka war, dass er im zweiten Durchgang seinen Schläger zerschlug und eine Verwarnung erhielt. Der älteste Roland-Garros-Finalist seit 44 Jahren, der seinen einzigen Breakball vergab, fand selten ein Mittel gegen die Vorhand von Nadal und kam nicht an seine Leistung aus dem Halbfinale heran. Dort hatte Wawrinka den topgesetzten Briten Andy Murray in einem umkämpften Match besiegt.

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Nadals Sieg bei den French Open: König Rafael I

Im dritten Satz ließ Nadal seinem Kontrahenten keine Chance mehr. Gleich zu Beginn gelang ihm wieder ein Break, Wawrinka konnte nur noch den Kopf schütteln. Nadal verbessert sich mit dem Triumph in der Weltrangliste von Rang vier auf Platz zwei. Es ist seine höchste Platzierung seit Oktober 2014.

Wawrinka verpasste dagegen seinen zweiten French-Open-Coup nach 2015 und seinen insgesamt vierten Grand-Slam-Erfolg. Zuvor hatte der frühere Davis-Cup-Sieger noch kein Major-Finale verloren.

jan



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doctoronsen 11.06.2017
1. Herzlichen Glückwunsch
Herzlichen Glückwunsch - ein Triumph des Fortschritts in Medizin und Pharmakologie!
ludna 11.06.2017
2. zu #1
ja, das würde mich auch mal intessieren, schon aus persönlichen Interesse. War nicht der ganz Knorpel in Knie (oder/und Hüfte) weg ? Früher wäre er Invalide gewesen und hätte irgendwas künstliche Gelenke bekommen. Habe irgendwas mit Stammzellentheraphie gelesen.
Nilzf 11.06.2017
3. Das sind...
...ja wirklich Kommentare auf ganz hohem Niveau hier. Einfach mal ohne Verstand etwas abgesondert. Vor Nadal kann man nur den Hut ziehen, finde ich.
Celegorm 11.06.2017
4.
Zitat von Nilzf...ja wirklich Kommentare auf ganz hohem Niveau hier. Einfach mal ohne Verstand etwas abgesondert. Vor Nadal kann man nur den Hut ziehen, finde ich.
So falsch sind die Kommentare nicht. Angesichts dessen was man über Nadals Gesundheitszustand in den letzten Jahren erfahren konnte, grenzt eine Rückkehr zu solcher Dominanz schon an kleines Wunder. Weshalb es interessant wäre, wie er das genau geschafft hat. Und zwar ohne irgendwas Böses zu unterstellen. Interessant zu sehen wird jedenfalls auch sein, wie lange er dieses mal durchhalten kann. Zumal er nun auch eindeutig von schwächelnden Hauptkonkurrenten und nicht sehr fordernden Gegnern profitierte. Ob das Knie und/oder Handgelenk einen oder gar mehrere Fünfsätzer weggesteckt hätten, bleibt darum unbeantwortet..
Karbonator 11.06.2017
5.
Zitat von CelegormSo falsch sind die Kommentare nicht. Angesichts dessen was man über Nadals Gesundheitszustand in den letzten Jahren erfahren konnte, grenzt eine Rückkehr zu solcher Dominanz schon an kleines Wunder. Weshalb es interessant wäre, wie er das genau geschafft hat. Und zwar ohne irgendwas Böses zu unterstellen. Interessant zu sehen wird jedenfalls auch sein, wie lange er dieses mal durchhalten kann. Zumal er nun auch eindeutig von schwächelnden Hauptkonkurrenten und nicht sehr fordernden Gegnern profitierte. Ob das Knie und/oder Handgelenk einen oder gar mehrere Fünfsätzer weggesteckt hätten, bleibt darum unbeantwortet..
Nun ja... man sollte vor allem nicht vergessen, daß er schlichtweg der beste Sandplatzspieler aller Zeiten ist. Diese Ausnahmestellung dürfte nicht unwichtig dabei sein, zumindest beim wichtigsten Sandplatzturnier alles in die Waagschale zu werfen. Abgesehen davon gibt es vermutlich noch etliche Schrauben, an denen man drehen kann, um - mit Glück - solche Leistungen in Ausnahmesituationen zeigen zu können. Beispiel: Seit neuestem ist Carlos Moya in seinem Team. Es liegt nicht allzu fern, daß auch Moya etwas Neues dazu beigetragen hat. Auch nicht zu übersehen ist seine - auch von den Moderatoren auf Eurosport z.B. mehrfach angesprochene - andere Spielweise im Vergleich zu früher. Mittlerweile geht auch Nadal öfter ans Netz. Auf Sand! Erfolgreich! Dürfte einem alten Spieler nicht wenig Kraft sparen - davon weiß auch Federer ein Liedchen zu singen.
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