French Open Williams triumphiert im Finale von Paris

Sieg für die Favoritin: Serena Williams hat sich im Finale der French Open in zwei Sätzen gegen Titelverteidigerin Maria Scharapowa durchgesetzt und ihren zweiten Titel in Paris geholt. Im Doppel siegten nach zehn Jahren wieder die Bryan-Zwillinge.

DPA

Hamburg - Serena Williams hat elf Jahre nach ihrem ersten Triumph erneut die French Open in Paris gewonnen. Die Weltranglistenerste aus den USA bezwang im Endspiel Titelverteidigerin und Ranglistenzweite Maria Scharapowa aus Russland in zwei Sätzen 6:4, 6:4. Der Triumph von Paris ist für Williams der 16. Grand-Slam-Sieg in ihrer Karriere. Für den Erfolg bekommt die US-Amerikanerin 1,5 Millionen Euro, Scharapowa darf sich mit 750.000 Euro trösten.

Die Siegerin war überwältigt. "Das ist unglaublich. Es war heute sehr schwierig, ich war sehr nervös", sagte Williams auf Französisch und erfreute das heimische Publikum mit den Worten: "Ich bin oft hier, ich arbeite hier. Ich glaube, ich bin eine Pariserin." Scharapowa gab sich als faire Verliererin: "Ich habe ein tolles Turnier gespielt. Dieser Platz hat mir so viele Erinnerungen gebracht, ich hätte natürlich gern gewonnen und werde es im nächsten Jahr wieder versuchen."

Williams wurde ihrer Favoritenrolle im Finale von Roland Garros gerecht, bezwang Scharapowa im 16. Duell zum 14. Mal. Ein Durchmarsch wie in ihrem rekordverdächtigen Halbfinale gegen Sara Errani, das nur 46 Minuten gedauert hatte, gelang Williams aber nicht. Scharapowa hatte sich viel vorgenommen, wehrte zu Beginn vier Breakbälle ab und führte 2:0 und 40:15 - dann wachte Williams auf.

Vier Spiele in Folge gelangen der Favoritin. Mit einem ihrer unnachahmlichen Aufschläge über 190 km/h holte sie sich ihren ersten Satzball und verwandelte den zweiten nach 51 Minuten. Ein ähnliches Bild wie zu Beginn des ersten bekamen die Zuschauer im zweiten Durchgang geboten. Erneut wehrte Scharapowa im ersten Spiel Breakbälle ab, diesmal waren es sogar fünf. Doch Williams ließ sich nicht mehr von ihrem Weg abbringen.

Mit 31 Jahren und 247 Tagen ist sie nun die älteste Siegerin in der Ära des Profitennis (seit 1968) in Roland Garros. Und noch eine historische Komponente wohnt diesem Sieg inne: Noch nie schaffte es eine Spielerin in der Grand-Slam-Historie nach einer Pause von elf Jahren noch einmal in die Siegerliste des gleichen Turniers.

Lottner und Zverev verpassen Junioren-Titel

Seit 2004 sind der 31-Jährigen gegen die Russin nun 13 Siege in Folge gelungen. Zudem baute Williams ihre aktuelle Erfolgsserie auf 31 aus. Seit dem Erstrundenaus bei den French Open im vergangenen Jahr hat Williams in 76 Begegnungen überhaupt erst dreimal verloren. Mit ihrem 16. Majortitel rückt sie zudem näher an das Führungstrio der Open Era (seit 1968) heran. In der Bestenliste führt Steffi Graf (22 Einzeltitel) vor Martina Navratilova (18) und Chris Evert (18).

Die US-Zwillinge Bob und Mike Bryan haben nach zehn Jahren wieder den Doppel-Titel gewonnen. Die Olympiasieger setzten im Finale 6:4, 4:6, 7:6 (7:4) gegen die Franzosen Michael Llodra und Nicolas Mahut durch. Ihren bisher einzigen Erfolg in Paris hatten die Bryans 2003 gefeiert. Mit nunmehr insgesamt 14 Grand-Slam-Titeln baute das Duo seine Spitzenposition als erfolgreichste Kombination bei den vier wichtigsten Turnieren weiter aus.

Für zwei deutsche Talente verlief der Tag weniger erfreulich: Alexander Zverev und Antonia Lottner haben die Junioren-Titel in Paris verpasst. Der 16 Jahre alte Zverev unterlag dem ein Jahr älteren Chilenen Christian Garin 4:6, 1:6. Anschließend verlor die 16-jährige Lottner 1:6, 3:6 gegen die gleichaltrige Schweizerin Belinda Bencic. Als bislang letzter deutscher Junior hatte Daniel Elsner vor 16 Jahren den Nachwuchstitel geholt, 1959 und 1960 war der spätere Davis-Cup-Spieler Ingo Buding erfolgreich.

buc/dpa/sid



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archidamus 08.06.2013
1. Kampfgeist
Die Dame hat Kampfgeist. Respekt.
apfeldroid 08.06.2013
2.
Seit 10 Jahen für mich die unsympathischste Sportlerin. Nicht wegen des Äußeren, sondern wegen der Spielweise. Vorher hat Damentennis durch Eleganz der Martina Hingis oder Frau Graf überzeugt, jetzt durch Athletik und Aufschlag, aber dafür kann man Männertennis angucken! Ich werde froh, wenn diese übertrainierten Schwestern abtreten.
kölschejung72 08.06.2013
3. Beachtlich
sind auch die durchtrainierten Oberarme von Williams. Dagegen wirkt die Hünin Scharapova geradezu zierlich.
manolis_glezas 08.06.2013
4.
... ist gut. Das sieht doch jeder, dass die mit Anabolika, Testosteron, und was weiß ich nicht allem vollgepumpt ist. Das ist keine Muskulatur, die durch Training entsteht. Ich finde den Anblick auch eher abstoßend. Aber mir muss sie ja auch nicht gefallen ...
kölschejung72 08.06.2013
5.
Mit den athletischen Voraussetzung könnte sie auch in der Leichtathletik Erfolge habe.
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