Frischer Fisch spezial Frauen haben keinen Musikgeschmack

"Sag mal, Horst …" – so beginnen die Zuschriften ratsuchender Angler, die unseren Angelkolumnisten Horst Köder jede Woche erreichen. Zum ersten Mal schreibt er zurück und äußert sich zum Föderalismus, zur Kindeserziehung – und natürlich zum leidigen Frauenthema.


Hallo Horst,
erstmal ein großes Dankeschön für Deinen Frauen-Guide für uns Angler, der war sehr amüsant zu lesen und hatte einige gute Tipps parat. Es fehlten allerdings Hinweise, was für Hobbys die Auserwählte haben sollte. Ich meine, wenn wir schon unser ganzes Leben für ein Hobby (Angeln!) aufopfern, dann ist das bei ihr doch sicherlich auch wichtig.
Schon mal Petri Dank, Oliver

Oasis-Gitarrist Gallagher: Ein Arschloch
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Oasis-Gitarrist Gallagher: Ein Arschloch

Hallo Oliver,
ganz unter uns: Es gibt zwei Dinge, die Frauen nie haben: Musikgeschmack und Hobbys. Erst hören sie nur das Gejaule von Boy-Bands, weil alle "so süüüß" sind, später versinken sie im Mainstream-Radio-Klangbrei und schaffen es nie wieder raus. Solche begnadeten Gruppen wie Oasis kommen ihnen dagegen nicht in den CD-Player, weil Noel Gallagher "ein Arschloch" ist. Und Hobbys? Wenn Frauen doch mal welche angeben müssen, dann sagen sie "telefonieren und shoppen" und kichern dabei. Es soll auch angelnde Frauen geben, aber die wirken auf ihre männlichen Kollegen wie ein fetter Tauwurm auf ein Rudel Dickbarsche und sind deshalb alle schon vergeben. Alternative: Dressurreiterinnen. Tolle Körperhaltung (gerader Rücken!), schick angezogen, dazu oft mit so famosen Namen wie Liselott Linsenhoff oder Anky van Grunsven versehen. Und was gibt es Schöneres, als beim Abendessen mit einer Liselott über Grundgangarten oder Galopppirouetten zu diskutieren? Kleiner Tipp: Schau doch einfach mal nächsten Sonntag in der örtlichen Reithalle vorbei und biete Dich einer der Damen als Stiefelausziehhilfe an …
Petri Heil, Horst

Lieber Horst Köder (heißt Du wirklich so?),
ich wohne zwar in Berlin, aber da mir die Spree auf Dauer zu langweilig ist, reise ich gerne und viel durch Deutschland und angle in den unterschiedlichsten Gewässern. Was mir aber auf den Geist geht, sind diese ständig wechselnden Vorschriften. Mal hat der eine Fisch gerade in diesem Teil des Flusses noch Schonzeit, zwei Kilometer weiter darf er wieder gefangen werden. Oft weiß man gar nicht, in welchem Bundesland man gerade ist und welche Bestimmungen gelten. Passiert Dir das auch?
Viele Grüße, Frank aus Berlin

Hallo Frank (heißt Du wirklich so?),
nein. Aber ich kann mir gut vorstellen, was Du meinst. Da sitzt man an einem Tümpel in Thüringen und denkt, man sei in Sachsen-Anhalt. Oder man schickt eine Postkarte "aus dem schönen Baden-Württemberg", dabei fährt man schon seit Tagen durch Bayern. Das nennt sich übrigens Föderalismus und hat uns solch skurrile Sachen wie das Saarland, Edmund Stoiber oder das derzeitige Hickhack um Andrea Ypsilanti beschert. Das kann man jetzt toll oder nicht so toll finden. Die einzelnen Bundesländer haben sich bei ihren Fischereibestimmungen schon etwas gedacht, deshalb sollte man sie befolgen. Dann macht Angeln trotz aller Bürokratie auch Spaß. Selbst in Brandenburg oder Schleswig-Holstein.
Petri Heil, Horst

Hallo Herr Köder,
ich habe das Angeln in die Wiege gelegt bekommen, mein Vater hat mich schon als Kind mit ans Wasser geschleppt. Nun nehme ich meinen Sohn (acht Jahre alt) immer mit, der zeigt aber keinerlei Interesse am Angeln. Was kann ich tun?
Sven aus Heidelberg

Lieber Sven,
hier ist schneller Rat vonnöten. Grundsätzlich gilt: Die Kindeserziehung sollte man(n) bis zum Alter von ungefähr zehn Jahren komplett der Mutter überlassen. Mit zwei Ausnahmen: Beim Fußballverein und beim Sport muss der Vater regulierend eingreifen. Sonst endet das Kind nachher als MSV-Duisburg-Anhänger und Florettfechter! Im fortgeschrittenen Alter Ihres Sohnes hilft jedoch nur noch die Radikalmethode: Zufällig mal auf seine Playstation treten (Achtung, die Dinger sind stabil!) und ihm des Nachts einen dicken Karpfen unter die Bettdecke schmuggeln, so wie das damals Robert Duvall in "Der Pate" mit dem Pferdekopf gemacht hat. Wenn's klappt: herzlichen Glückwunsch! Wenn nicht: schade.
Viel Glück, Horst

Lieber Horst,
durch das Winterhochwasser führt unser Fluss ganz trübes Hochwasser. Welche Farbe sollten meine Gummifische haben, damit ich trotzdem noch ein paar Räuber überlisten kann?
Vielen Dank, Kevin

Hallo Kevin,
der klassischen Angellehre nach würde ich sagen: je auffälliger, desto besser. Glitzergrün oder knallgelb sollten noch Fische an den Haken locken. Allerdings wird meines Erachtens die Köderfarbe beim Spinnangeln überschätzt. Da die Fische im trüben Wasser eh wenig sehen und sich vor allem auf ihre anderen Sinnesorgane (Seitenlinie!) verlassen, solltest Du darauf achten, dass der Köder sehr beweglich ist und viel Radau unter Wasser macht. Dann könnte es auch mit zartrosa klappen.
Gruß, Horst

Sag mal Horst,
so langsam wird es ja wieder Frühling. Eigentlich ein Grund zur Freude, wenn da nicht die ganzen Jogger, Hundebesitzer, Tretbootfahrer und knutschenden Paare wären, die uns Anglern dann wieder das Leben schwer machen. Gibt es da nicht irgendein universelles Mittel gegen all diese Gestalten?
Fragt sich Markus aus Varel

Hallo Markus,
ruhig Blut. Schau einfach mal in den nächsten Wochen wieder rein, da widme ich diesen Störenfrieden und den Gegenmaßnahmen eine ganze Kolumne.
Gruß, Horst



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