Wegen Dopings Fünf russische Leichtathleten gesperrt

Am kommenden Montag wird der mit Spannung erwartete Bericht der Dopingermittler zur russischen Leichtathletik veröffentlicht. Der Verband hat jetzt schon reagiert und fünf Sportler gesperrt.

Langstrecklerin Konowalowa: Für zwei Jahre suspendiert
AP

Langstrecklerin Konowalowa: Für zwei Jahre suspendiert


Fünf russische Leichtathleten sind wegen Verstößen gegen Anti-Doping-Regeln gesperrt worden. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den russischen Leichtathletik-Verband WFLA.

Marathonläuferin Maria Konowalowa wurde wegen Unregelmäßigkeiten in ihrem Biologischen Pass für zwei Jahre suspendiert. Sie war beim Chicago-Marathon 2010 Zweite und kam 2013 als Dritte ins Ziel. Hammerwerferin Maria Bespalowa, 2012 in London Olympia-Finalistin, erhielt wegen Steroid-Dopings eine vierjährige Wettkampfsperre. Der Geher Jewgeni Nuschtajew wurde für sechs Monate suspendiert, die Läufer Wlas Bredichin und Jaroslaw Cholopow bekamen Vierjahressperren.

Zu Beginn des Jahres waren fünf russische Geher durch das Biologische-Pass-Programm (ABP) der IAAF des Dopings überführt worden. Unter ihnen waren die drei Olympiasieger Sergej Kirdjapkin, Waleri Borchin und Olga Kaniskina, alle erhielten von der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada langjährige Sperren. Hindernis-Olympiasiegerin Julia Saripowa wurde rückwirkend vom 25. Juli 2013 für zweieinhalb Jahre suspendiert.

Bericht soll Klarheit in die Dopingvorwürfe bringen

Wegen des Dopingskandals waren in diesem Jahr der Präsident des Russischen Leichtathletikverbands, Valentin Balachnitschew, und der langjährige Cheftrainer Valentin Maslakow zurückgetreten.

Die unabhängige Untersuchungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur wird am kommenden Montag in Genf den mit Spannung erwarteten Bericht zu den Ermittlungen über angeblich flächendeckendes Doping in Russland präsentieren. Zugleich hat die von dem Kanadier Richard Pound geleitete Kommission Vorwürfe gegen den Weltverband IAAF geprüft, auffällige Blutproben vertuscht zu haben.

Zusätzliche Brisanz könnten die Ergebnisse der Ermittlungen durch die jüngsten Korruptionsvorwürfe gegen den früheren IAAF-Präsidenten Lamine Diack bekommen. Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass gegen 82-Jährigen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Geldwäsche ermittelt wird. Die französische Justiz hat Anklage gegen Senegalesen erhoben. Diack, der im August nach 16 Jahren als IAAF-Chef abgetreten war, wird verdächtigt, für die Vertuschung von Blutdoping-Fällen 200.000 Euro aus Russland erhalten zu haben.

aha/dpa



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avers 05.11.2015
1. Der ehemalige russische Verbandspräsident
hat gerade den Medien erklärt, dass das Ganze nur im Rahmen des Komplotts des Westens gegen die 3 wichtigsten Hauptwaffen Russlands - Öl, Gas und Sport - zu verstehen ist und natürlich jeglicher Grundlage entbehrt. Und er wird wieder auf viel wohlwollende Aufnahme hier in Russland treffen. Man kann wirklich nicht so viel essen...... Mal sehen was die Kameraden Trolle in Sankt Petersburg dazu sagen.
florian29 06.11.2015
2. Das zieht sich durch vom schwimmen
übers Biathlon bis hin zur leichtathletik. warum bestraft man die russischen Verbände nicht so hart, dass sie selber die schmutzigen Athleten aus dem Verkehr ziehen. oder hat putin angst ohne Medaillen dazustehen?
hjanko 06.11.2015
3.
Zitat von florian29übers Biathlon bis hin zur leichtathletik. warum bestraft man die russischen Verbände nicht so hart, dass sie selber die schmutzigen Athleten aus dem Verkehr ziehen. oder hat putin angst ohne Medaillen dazustehen?
Aber wohl nicht nur bei den Russen. Wenn ich mir die britischen Radfahrer, die französischen Schwimmer US amerikanischen/jamaikanischen Sprinter etc. so anschaue, dann erzähl mir noch mal jemand was von 'natürlichen' Muskeln durch Training.
arnsloth 09.11.2015
4. Wer im Glashaus sitzt,
.... Dank an die deutschen Aufklärer, die super aktiv sind, solange es um andere geht. Gab es nicht genügend Unrat in Deutschland aufzuklären. Hat man mit Vergnügen betrieben, solange es die Ossis betraf. Zu den Dopingvorwürfen in der alt-BRD ist Ruhe im Blätterwald. Aber gegen die Russen, die schon 1941 nicht gemacht haben, was die Deutschen wollten, sind wir stark und rückhaltslos. Ich erinnere mich noch gut an den Läufer Baumann, den die Stasi mit Zahnpasta außer Gefecht gesetzt hatte. Deutschland ein Hort der Redlichkeit. Von Fußballweltmeisterschaft bis VW. Schreibt es nur oft genug. Aufgrund der jahrzehntelangen aktiv betriebenen Feindpropaganda glaubt'd der deutsche Michel. Wir sind Dschland!
hschmitter 09.11.2015
5.
Zitat von arnsloth.... Dank an die deutschen Aufklärer, die super aktiv sind, solange es um andere geht. Gab es nicht genügend Unrat in Deutschland aufzuklären. Hat man mit Vergnügen betrieben, solange es die Ossis betraf. Zu den Dopingvorwürfen in der alt-BRD ist Ruhe im Blätterwald. Aber gegen die Russen, die schon 1941 nicht gemacht haben, was die Deutschen wollten, sind wir stark und rückhaltslos. Ich erinnere mich noch gut an den Läufer Baumann, den die Stasi mit Zahnpasta außer Gefecht gesetzt hatte. Deutschland ein Hort der Redlichkeit. Von Fußballweltmeisterschaft bis VW. Schreibt es nur oft genug. Aufgrund der jahrzehntelangen aktiv betriebenen Feindpropaganda glaubt'd der deutsche Michel. Wir sind Dschland!
Hier geht es um Vorwürfe, die nicht von deutscher Seite aus erhoben werden. Auch die Beweise wurden nicht von deutscher Seite aus erbracht. Aber das scheint Sie ja kaum zu stören, wenn es reflexhaftes Verteidigen eines Systemes geht.
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