Gent-Wewelgem Telekom-Profi Klier gewinnt Halb-Klassiker


Wevelgem - Andreas Klier hat am Mittwoch als erster deutscher Radprofi den belgischen Halb-Klassiker Gent-Wevelgem über 204 Kilometer gewonnen. Der Münchner gewann den Spurt einer dreiköpfigen Spitzengruppe vor dem Australier Henk Vogels und dem Belgier Tom Boonen, der unmittelbar hinter dem Zielstrich in eine Fotografen-Gruppe raste und stürzte.

Der in Belgien lebende Klier, sonst in seiner Mannschaft für Helferdienste zuständig, sorgte mit dem überraschenden Erfolg für den bisher wertvollsten Telekom-Erfolg in dieser Saison. "Fünf Jahre habe ich es versucht - jetzt hat es endlich geklappt. Ich bin überglücklich. Die Teamleitung hatte im Finale Vertrauen zu mir und ließ mich in der Spitzengruppe fahren", sagte der 27-jährige Klier nach seinem größten Karriere-Erfolg.

Die Vorentscheidung des Rennens fiel rund 45 Kilometer vor dem Ziel auf der zweiten Passage über den Kemmelberg. Kliers Teamkollege Danilo Hondo (Cottbus), an diesem Tag neben Erik Zabel (Unna) Telekom-Kapitän, fuhr dort mit dem späteren Sieger und Cipollini noch in einer 20-köpfigen Spitzengruppe. Dann stürzte Cipollini und fiel zurück. Auch Hondo konnte das Tempo nicht mehr halten. Im Finale hatte Klier maßgeblichen Anteil daran, dass der Ausreißer Servais Knaven (Niederlande) vier Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde.

Vier Tage vor dem dritten Weltcup-Rennen am Sonntag stürzte auch der Vorjahres-Gesamtsieger und diesjährige Gewinner von Mailand-San-Remo, Paolo Bettini. Der Italiener kam zu Fall, bevor das Rennen in die entscheidende Phase ging und brach sich das Schlüsselbein. Damit wird er mehrere Wochen aussetzen müssen und kann seine ambitionierte Quick-Step-Mannschaft auch am Sonntag bei Paris-Roubaix nicht unterstützen. Klier wird am Sonntag am Start sein.



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