Gerichtsbeschluss Boonen darf bei der Tour starten

Last-minute-Entscheidung: Radprofi Tom Boonen startet bei der diesjährigen Tour de France. Die Veranstalter hatten den Belgier wegen dessen Kokain-Konsums ausgeladen. Nach langen juristischen Auseinandersetzungen hat sich Boonen nun doch durchgesetzt.


Hamburg - Der belgische Radprofi Tom Boonen darf am Samstag an den Start der 96. Tour de France in Monte Carlo gehen. Das entschied nach einem wochenlangen Hickhack am Freitag nach den Angaben von Boonens Anwalt Jean-Louis Dupont das französische Sportgericht. Die Tour-Veranstalter hatten den dreifachen Gewinner des Klassikers Paris-Roubaix mit Verweis auf seinen nachgewiesenen Kokain-Konsum ausgeladen.

Radprofi Tom Boonen: In Monaco am Start
dpa

Radprofi Tom Boonen: In Monaco am Start

Dagegen hatten Boonen und sein Quick-Step-Team vor einem ordentlichen Gericht im französischen Nanterre geklagt. Die Klage wurde wegen Nicht-Zuständigkeit abgewiesen.

Das daraufhin angerufene Sportgericht des französischen nationalen Olympischen Komitees gab jetzt der Boonen-Seite Recht. Das Vergehen des Ex-Weltmeisters war durch den Welt-Radsport-Verband UCI nicht sanktioniert worden, weil Boonen außerhalb des Wettkampfes erwischt worden war. Der Tour-Veranstalter Aso nahm den Gerichtsentscheid zur Kenntnis und hofft, dass der "große Champion" Boonen während der Tour ein "beispielhaftes Verhalten" zeigen werde.

Das Vergehen des Ex-Weltmeisters hatte der Radsport-Weltverband UCI nicht sanktioniert, weil Boonen außerhalb des Wettkampfes erwischt worden war. Das Quick-Step-Team war in dieser Woche auch durch Patrik Sinkewitz ins Gerede gekommen. Der Doping-Kronzeuge hatte laut der ZDF-Sendung "Frontal 21" Lefévère und einen Teamarzt vor der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada schwer belastet.

Derweil hat die Politik angekündigt, Lance Armstrong besonders genau zu beobachten. Die französische Sportministerin Roselyne Bachelot hat Rückkehrer Lance Armstrong angekündigt, dass er bei den Doping-Kontrollen der Tour unter besonderer Beobachtung steht. Die Zahl der Tests würde erhöht, sagte Bachelot dem französischen TV-Sender i-Tele am Freitag.

"Ich kann Lance Armstrong erzählen, dass er ganz besonders beobachtet wird." Zuvor hatte Pierre Bordry, Präsident der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD erklärt, der Texaner werde behandelt wie jeder andere Fahrer. Der Radsport-Weltverband UCI will insgesamt 520 Doping-Tests durchführen. "Es muss wirklich einen sehr aktiven Kampf gegen Doping geben", sagte Bachelot.

ruf/dpa



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Seite 1
Brieli 02.07.2009
1.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Wie üblich. Beides. Ist doch egal, ob ein Doper mehr oder weniger mitfährt.
Parisienne, 02.07.2009
2.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Ach ja, es ist wieder so weit, die Tour de Farce! Allein die Schlamperei der WADA mit dem Sinkewitz-Protokoll zeigt doch, in welch katastrophalem Zustand sich der Radsport noch immer befindet. Dann wurde auch gleich noch Thomas Dekker positiv auf EPO getestet, wunderbar. Wer noch immer daran glaubt, der Radsport könnte in absehbarer Zeit wieder sauber sein, tut mir einfach nur leid. Und Lance Armstrong? Was hat eigentlich Jan Ulrich die nächsten Wochen so vor?
DickBush, 02.07.2009
3. Lance setzt ein gutes Signal an
Auch andere Sportarten sind von der Drogenplagge nicht frei gewesen, im Radsport hat man aber ganz hart und konsequent gehandelt. Die Tour war und ist eine in jedem Bezug tolle Veranstaltung, es ist ein Glücksfall daß sich der große Lance wieder zum Wort gemeldet hat!
a.narchist, 02.07.2009
4. Als Kind die Friedensfahrt, später die Tour der Leiden ...
heute totale Radsport-Abstinenz. Allerdings gucke ich mir auch keine Leichtathletik-Wettbewerbe mehr an und keine ... Der ganze versiffte Kommerz-Sport kann mir gestohlen bleiben. Kälbermast-Mittel für Menschen und für Menschen gedachte Arzeneien den Pferden verabreicht. Olympiasieger - zwei Jahre Sperre - Weltmeister und wieder gedopt, die Karriere von Kugelstoßern. Hammerwerferinnen, die echt "der Hammer" sind und nun der König des Doping wieder auf dem Rad. Wer da noch mitfiebert, sollte einen Arzt aufsuchen oder die eigenen Medikamente absetzen.
Shiraz, 02.07.2009
5.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Hihi, alle Jahre wieder:-) Verseucht, verlogen, versaut. Schau ich mir nicht mehr an.
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