Gesperrte Pechstein "Würde eidesstattliche Erklärung abgeben"

Zwei Jahre ist Claudia Pechstein noch gesperrt - ihre Karriere hat sie noch nicht abgeschrieben. Ihre Unschuld würde die Eisschnellläuferin sogar unter Eid beteuern, sagte die Athletin jetzt in einem Interview. Der Anti-Doping-Experte Klaus Pöttgen hat Zweifel an dem Cas-Urteil gegen Pechstein geäußert.
Claudia Pechstein (auf einer Pressekonferenz im August): "Würde niemals dopen"

Claudia Pechstein (auf einer Pressekonferenz im August): "Würde niemals dopen"

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Hamburg - Die verurteilte Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat im ersten Interview nach der Bestätigung ihrer Dopingsperre durch den Internationalen Sportgerichtshof Cas erneut ihre Unschuld beteuert. "Dafür würde ich sogar eine eidesstattliche Erklärung abgeben. Ich habe nie gedopt. Und ich werde niemals dopen. Ich habe ein reines Gewissen", sagte Pechstein der "Bild am Sonntag".

Die Berlinerin zeigte sich enttäuscht von DOSB-Präsident Thomas Bach, der Pechstein aufgefordert hatte, zur umfassenden Aufklärung beizutragen und Hintermänner zu nennen. "Es gibt keine Hintermänner. Das klingt ja so, als wenn ich mich im kriminellen Milieu bewegen würde. Ich war sehr enttäuscht über diese Äußerung", sagte Pechstein. Der Eislauf-Weltverband Isu hatte Pechstein nur aufgrund von Indizien (mehrfach überhöhter Retikulozytenwert), jedoch ohne positiven Dopingbefund für zwei Jahre gesperrt. Die Sperre endet am 9. Februar 2011.

Nach dem Urteil sei ihr Ruf nun endgültig ruiniert. "Definitiv. Ich habe alles gemacht, um das wieder zu korrigieren. Aber die Cas-Richter haben endgültig alles kaputt gemacht", sagte Pechstein, die sich von dem Gang zum Schweizer Bundesgericht verspricht, "dass es die erste Instanz sein wird, die nicht von Lobby-Interessen beeinflusst ist". Trotz der Sperre hat Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin ihre sportliche Zukunft noch nicht abgeschrieben. "Es sieht nicht so aus, dass ich bei Olympia starte. Aber vielleicht ja im März 2011 bei der WM in Inzell. Ich habe mein Karriereende noch nicht erklärt", sagte die 37-Jährige.

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Unterdessen äußerte der Darmstädter Anti-Doping-Experte Klaus Pöttgen Zweifel an dem Cas-Urteil. Alle weiteren bei Pechstein gemessenen Blutwerte würden nicht für Doping sprechen. "Die Zellstrukturen, die dabei festgestellt worden sind, passen nicht zu einer Epo-Stimulation. Grundlegende wissenschaftliche Parameter sind hier außer Acht gelassen worden", sagte Pöttgen der "Welt am Sonntag". Ein Dopingbeweis lasse sich mit den Werten nicht führen. "Das wissen wir alle", sagte Pöttgen und meinte damit die Gutachter Walter Schmidt, Rasmus Damsgaard und Wilhelm Schänzer, denen ebenso wie Pöttgen die Daten vorlagen.

goe/sid
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