Gestürzter Radprofi Voigt erleidet Jochbeinbruch und Gehirnerschütterung

Die 16. Etappe der Tour de France wurde von einem schweren Sturz überschattet: Jens Voigt kam bei einer rasanten Abfahrt zu Fall und wurde per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Der 37-Jährige zog sich einen Jochbeinbruch und eine Gehirnerschütterung zu.


Hamburg - Es geschah etwa 25 Kilometer vor dem Ziel der 16. Etappe: Jens Voigt verlor während der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernhard nach einer Bodenwelle das Gleichgewicht und stürzte dramatisch. Mit hohem Tempo prallte der 37-jährige Saxo-Bank-Profi auf den Asphalt, regungslos rutschte er die Straße hinunter.

Er war minutenlang bewusstlos und wurde per Helikopter ins Krankenhaus geflogen. Am Abend kam dann die Entwarnung: Voigt hat sich das Jochbein gebrochen und eine Gehirnerschütterung erlitten.

Gestürzter Radprofi Voigt: Jochbeinbruch und Gehirnerschütterung
dpa

Gestürzter Radprofi Voigt: Jochbeinbruch und Gehirnerschütterung

"Ihm geht es den Umständen entsprechend gut. Er wird zur Beobachtung die Nacht auf der Intensivstation in Grenoble verbringen", sagte Teamsprecher Brian Nygaard am Dienstagabend. Die Tour ist für Voigt beendet. Er habe dem Team bereits eine SMS geschickt: "Viel Glück, viel Erfolg. Behaltet das Rennen im Fokus", soll er seinen Kollegen mitgeteilt haben.

Das Fahrerfeld hatte auf den Sturz mit Entsetzen reagiert. "Da graut's einem. Ich bin regelrecht zusammengezuckt. Ich wünsche ihm nur das Beste", sagte Jungprofi Tony Martin, der an Voigt vorbeifuhr, als dieser gerade auf einer Trage in einen Krankenwagen geschoben wurde.

Milram-Kapitän Linus Gerdemann war in Gedanken ebenfalls bei Voigt: "Wenn man solche Stürze sieht, dann ist alles andere nebensächlich." Columbia-Sportchef Rolf Aldag sagte: "Das war kein schöner Anblick, Jens dort regungslos liegen zu sehen. Da schießen einem Gedanken durch den Kopf, wenn man seine Familie kennt und weiß, dass die Kinder vor dem Fernseher sitzen."

Voigt, der beinahe noch von einem Begleitmotorrad überrollt worden wäre, blutete aus dem Kopf und hatte die Augen geschlossen. Minuten später raste der Krankenwagen mit dem Radprofi zum Zielort, von wo aus Voigt per Helikopter ins Krankenhaus geflogen wurde.

Der Sturz überschattete das sportliche Geschehen auf der 16. Etappe. Den Tagessieg sicherte sich Mikel Astarloza (Euskaltel-Euskadi) nach 159 Kilometern von Martigny nach Bourg-Saint-Mauricesich vor dem Franzosen Sandy Casar. In der Gesamtwertung blieb alles beim Alten: Der Spanier Alberto Contador konnte auch beim zweiten Schlagabtausch in den Alpen die Attacken der Konkurrenz abwehren und trotz einer kleinen Schwäche seines neuen Edelhelfers Lance Armstrong sein am Sonntag erobertes Gelbes Trikot souverän verteidigen.

Armstrong verlor zwischenzeitlich über 30 Sekunden, kämpfte sich jedoch in beeindruckender Manier zurück. Die Szene erinnerte an seine Glanzzeit. "Ich bin mein eigenes Tempo gefahren und wieder rangekommen. Ich habe mich besser gefühlt als am Sonntag", sagte Armstrong.

Gleich vom Start im Wallis an führte der Weg steil hinauf zum Großen Sankt Bernhard, mit 2473 Metern Höhe das Dach der diesjährigen Tour. Bergtrikotträger Franco Pellizotti und der Russe Wladimir Karpez setzten sich ab, eine große Gruppe um Voigt und Milram-Fahrer Peter Velits nahm die Verfolgung auf.

Im Feld kontrollierte Astana das Tempo. Der siebenmalige Toursieger Armstrong hielt sich an sein Versprechen und agierte als Schattenmann für Contador. Pellizotti und Karpez wurden am Ende der fast 40 Kilometer langen Abfahrt von den 16 Verfolgern eingeholt, zusammen nahm die Gruppe den 2188 Meter hohen Kleinen Sankt Bernhard in Angriff. Erstmals seit 1963 standen die beiden Berge wieder zusammen auf dem Streckenplan der Tour. Lediglich Andy Schleck (Saxo Bank) wagte am letzten Berg eine Attacke, die Contador souverän mitging.

Die Franzosen Casar (FdJeux) und Pierrick Fedrigo (Bouygues) fuhren auf die Plätze zwei und drei. In der Gesamtwertungliegt Astana-Profi Contador weiterhin 1:37 Minuten vor seinem Teamkollegen Armstrong. Dritter ist der überraschend starke Brite Bradley Wiggins (Garmin/1:46 Minuten zurück).

Am Mittwoch erwartet die Fahrer der nächste schwere Tag. Auf der Etappe von Bourg-Saint-Maurice nach Le Grand-Bornand sind auf den 169,5 Kilometer gleich vier Berge der ersten Kategorie zu bewältigen. Gerdemann hat an Le Grand-Bornand besonders gute Erinnerungen. Vor zwei Jahren siegte er in dem Wintersportort und eroberte das Gelbe Trikot.

hut/jar/dpa/sid

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Brieli 02.07.2009
1.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Wie üblich. Beides. Ist doch egal, ob ein Doper mehr oder weniger mitfährt.
Parisienne, 02.07.2009
2.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Ach ja, es ist wieder so weit, die Tour de Farce! Allein die Schlamperei der WADA mit dem Sinkewitz-Protokoll zeigt doch, in welch katastrophalem Zustand sich der Radsport noch immer befindet. Dann wurde auch gleich noch Thomas Dekker positiv auf EPO getestet, wunderbar. Wer noch immer daran glaubt, der Radsport könnte in absehbarer Zeit wieder sauber sein, tut mir einfach nur leid. Und Lance Armstrong? Was hat eigentlich Jan Ulrich die nächsten Wochen so vor?
DickBush, 02.07.2009
3. Lance setzt ein gutes Signal an
Auch andere Sportarten sind von der Drogenplagge nicht frei gewesen, im Radsport hat man aber ganz hart und konsequent gehandelt. Die Tour war und ist eine in jedem Bezug tolle Veranstaltung, es ist ein Glücksfall daß sich der große Lance wieder zum Wort gemeldet hat!
a.narchist, 02.07.2009
4. Als Kind die Friedensfahrt, später die Tour der Leiden ...
heute totale Radsport-Abstinenz. Allerdings gucke ich mir auch keine Leichtathletik-Wettbewerbe mehr an und keine ... Der ganze versiffte Kommerz-Sport kann mir gestohlen bleiben. Kälbermast-Mittel für Menschen und für Menschen gedachte Arzeneien den Pferden verabreicht. Olympiasieger - zwei Jahre Sperre - Weltmeister und wieder gedopt, die Karriere von Kugelstoßern. Hammerwerferinnen, die echt "der Hammer" sind und nun der König des Doping wieder auf dem Rad. Wer da noch mitfiebert, sollte einen Arzt aufsuchen oder die eigenen Medikamente absetzen.
Shiraz, 02.07.2009
5.
Zitat von sysopJubelnde Massen an der Strecke, packende Duelle in den Bergen und Millimeter-Entscheidungen im Sprintfinale - so könnte die Tour '09 aussehen. Oder versinkt die Frankreich-Rundfahrt einmal mehr im Doping-Chaos? Wie ist das Comeback von Lance Armstrong zu bewerten?
Hihi, alle Jahre wieder:-) Verseucht, verlogen, versaut. Schau ich mir nicht mehr an.
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